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Radon in der Rheumatherapie |
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Nach der Therapie können viele Patienten für längere Zeit auf Schmerzmittel mit schädlichen Nebenwirkungen verzichten.
Im Jahre 1911 wies Dr. Karl Aschoff nach, dass die Luft im Rudolfstollen, ein Bergwerkstollen, reich an Radon ist.
Im Jahr 1912 wurde diese radonreiche Luft durch den Bau eines Inhalatoriums vor dem Rudolf-Stollen den heilungssuchenden Kurgästen zugänglich gemacht. Die Luft im Stollen ist in hohem Maße staub- und allergenfrei. Die Inhalation findet bei angenehmer Temperatur statt. Der Kurgast bleibt bei der Behandlung bekleidet. Dauer der einzelnen Inhalationen und Gesamtzahl der Inhalationen werden von dem behandelnden Badearzt festgelegt.
Radonquellen werden seit vielen Jahrzehnten zur Heilung von entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises genutzt.
Was ist und wie wirkt Radon?
Radon ist ein radioaktives Edelgas, ein Zerfallsprodukt des Radiums. Radon zerfällt unter Aussendung von positiv geladenen Heliumkernen und gibt in diesem Prozess ständig Alphateilchen an die Umgebung ab.
Radon gelangt über die Atmung mit dem Blut in alle Teile des Organismus. In der Zelle löst die Alphastrahlung einen Reiz aus, der eine Hemmung oder auch eine Beschleunigung biochemischer Vorgänge bewirkt.
Der Organismus reagiert auf diese Stimulierung mit bisher ungeklärten Mechanismen – der Kontakt mit Radon hat jedoch eine schmerzlindernde Wirkung.
Diese erklärt man sich so, dass durch die geringe Alphastrahlung Prozesse in den Zellen umgestimmt werden. Das Edelgas Radon wirkt bei chronisch rheumatischen Beschwerden und steifen Wirbelsäulen schmerzlindernd.
Welche Gefahren bestehen bei der Anwendung von Radon?
Die Ärzte im Mittelalter sprachen von der „Schneeberger Krankheit“ und meinten damit die auffällig hohe Lungenkrebssterberate unter den Arbeitern in den Silberbergwerken des Erzgebirges. Die Ursache dafür war das aus den Granitböden ausdünstende Radongas. Auch heute noch besteht ein Lungenkrebsrisiko, wenn Radon durch undichtes Mauerwerk in Gebäude eindringt und Menschen dadurch kontinuierlich einer hohen Radonbelastung ausgesetzt sind.
Diese Exposition ist aber nicht zu vergleichen mit der kurzzeitigen und kontrollierten Inhalation von Radongas in niedriger Dosis, wie sie zum Beispiel im Rahmen einer Kuranwendung erfolgt. Die Radontherapie ist völlig unbedenklich. Die Strahlenbelastung bewegt sich in den gleichen Größenordnungen wie die natürliche Strahlung, der ein Mensch ständig ausgesetzt ist.
Bad Kreuznach besitzt Deutschlands ersten und einzigen Radonstollen. Aus den Spalten und Klüften des ehemaligen Quecksilberbergwerks entweicht das radioaktive Edelgas Radon.
Heute kontrolliert ein Messgerät ständig den Radongehalt der Luft. Die Werte liegen im Schwankungsbereich der natürlichen Strahlenbelastung, wie sie zum Beispiel im Hochgebirge vorliegt. Die Patienten bleiben zwei- bis dreimal pro Woche für eine Stunde im Stollen. Es handelt sich damit um eine sehr begrenzte und kontrollierte Exposition.
Bei Radon-Wasserbädern ist durch die Wassertemperatur (~ 37 °C) die Hautdurchblutung angeregt und dadurch die Radonaufnahme über die Haut stimuliert.
Der stärkste Radoneffekt wird im Radon-Thermalstollen (Bad Gastein) erreicht, wo bei Temperaturen zwischen 37 und 42 °C und einer relativen Luftfeuchtigkeit am Sättigungspunkt sowohl die Atmung als auch die Hautdurchblutung stark stimuliert sind und Radon auf beiden Wegen besonders effektiv aufgenommen wird.
Bei Trinkkuren mit radonhaltigem Wasser nimmt das Blut Radon über die Schleimhaut des Magen-Darmtrakts auf. Die Radontherapie hat sich als preiswerte und nebenwirkungsarme Schmerztherapie für Rheumapatienten bewährt. Sie stellt eine gute Alternative zu den teuren und extrem belastenden Antirheumatika dar.
Nach der Therapie können viele Patienten für längere Zeit auf Schmerzmittel mit schädlichen Nebenwirkungen verzichten.
Die Radontherapie ist verschreibungspflichtig.
Hier hilft die Radontherapie:
- Spondylitis ankylosans (Morbus Bechterew)
- Degenerative Erkrankungen der Gelenke (Arthrosen)
- Chronische Polyarthritis mit geringer Aktivität
- Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule
- Chronische Gicht
- Weichteilrheumatismus
- Fibromyalgie
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