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Kolloidales Silber – was steckt dahinter? PDF Drucken E-Mail

silberBevor unsere Zivilisation Kühlschränke oder andere Methoden der Haltbarmachung von Lebensmitteln kannte, suchten die Menschen nach vielfältigen Methoden, um der Wirkung von Bakterien, Viren und Pilzen entgegen zu wirken. Die keimabtötende Wirkung von Silber wurde vor diesem Hintergrund entdeckt, Silbermünzen wurden in Milch gegeben, um sie vor dem Verderben zu schützen.

In den vergangenen Jahren wurde immer wieder die Wirkung von Silber auch auf dem medizinischen Sektor untersucht. Silber wurde wiederentdeckt und wird auch heute noch genutzt, um Wunden zu versorgen. So gibt es heute zahlreiche Pflaster, aber auch Kleidung verwebt mit Silberfäden, die Keime abtöten und somit die Wundheilung fördern sollen. Sogenanntes „kolloidales Silber“ soll innerlich durch Einnahme wirken.

Was ist kolloidales Silber (Silberwasser oder Silbersol)?

Kolloide sind Teilchen oder Tröpfchen, die in einem anderen Medium, dem sogenannten Dispersionsmedium, fein verteilt sind. Anders als bei einer Lösung, wo Teilchen in beispielsweise in Wasser gelöst sind, sind Dispersionen Gemenge aus zwei oder mehr Stoffen, die sich nicht oder nur wenig ineinander lösen oder chemisch verbinden. Dispersionen gibt es viele. Je nach beteiligten Stoffen, sind es entweder Feststoffgemische, Suspensionen oder Emulsionen. Im Falle von Silberwasser spricht man von einer kolloidalen Suspension, es ist also ein Feststoff (ureigenes elementares Silber in Kolloiden) fein verteilt in einer Flüssigkeit (destilliertes Wasser).

Welche Wirkung auch immer Silber haben mag, je kleiner ein Partikel, umso größer die Gesamtoberfläche und mögliche Wirkungsfläche eines Partikels. Daher versucht man, die Partikel durch verschiedene Prozesse so klein wie möglich zu halten. Einatomige Silberdispersionen kann es dabei allerdings nicht geben, denn die sogenannten Van-der-Waals-Kräfte bewirken, dass die Silberatome sich immer wieder zu kleinen Grüppchen zusammenfinden, einzelne Atome stoßen sich nicht gegenseitig ab. Es werden aber nicht unbegrenzt immer noch größere Partikel gebildet. Das sogenannte „zeta-Potential“ bewirkt ab einer bestimmten Größe von Partikeln eine gewisse Abstoßungskraft zwischen den Partikeln. Ein Silberkolloid enthält so gewöhnlich zwischen 1000 und
1 Milliarde Silberatome.

„Echtes kolloidales Silber“ und per Elektrolyse hergestellte Kolloide

In den USA tobt ein erbitterter Streit zwischen Anbietern von „echtem“ kolloidalen Silber und Anbietern von ionischem oligodynamischem Silber.

Echtes kolloidales Silber muss laut Definition der CSL (Colloidal Science Laboratory) mehr als 50 % Silberpartikel (im Gegensatz zu Silberionen) aufweisen. Produkte mit ionischem Silber enthalten ca.
1 bis 10 % Silberpartikel. Die Gesamtkonzentration ist laut CSL hierbei unerheblich, es geht nur um das Verhältnis von metallischem Silber zu Ion.

Da die Herstellung von kolloidalem Silber mittels Mahlwerken extrem kostenaufwändig ist, bieten verschiedenste Hersteller kleine Haus-Elektrolyse-Vorrichtungen (Silberkolloid-Generatoren) an, mit denen der Heimwerker selbst kolloidales Silber herzustellen können soll.

Mittels Elektrolyse hergestellte Silberlösungen enthalten sowohl Silberionen als auch Kolloide. Vielleicht erinnert der ein oder andere von uns sich an den Unterrichtsstoff aus Physik: Bei der Elektrolyse werden chemische Verbindungen unter Einwirkung des elektrischen Stroms aufgespalten.

Zu diesem Zwecke leitet man über zwei Elektroden Gleichstrom in eine leitfähige Flüssigkeit. Eine der Silberelektroden ist mit dem Pluspol (Anode) verbunden, eine mit dem Minuspol (Kathode). Die Spannungsquelle bewirkt an der Silberelektrode, die mit dem Pluspol verbunden ist, einen Elektronenmangel und einen Elektronenüberschuss an der anderen, mit dem Minuspol verbundenen. Vereinfacht dargestellt bedeutet das:

Einige Silberatome an der Schnittstelle mit Wasser verlieren ein Elektron und wandeln sich von Atom in Ion um. Metallisches Silber ist nicht wasserlöslich, Silberionen sehr wohl. Es entsteht eine ionische Silberlösung. Einige Ionen in direkter Nähe zur Anode nehmen ein Elektron auf und wandeln sich somit wieder in ein Atom um. Die Atome fügen sich zu kleinen Silberpartikeln zusammen. Das Dispersionsmedium (hier: Wasser) enthält eine meist unbekannte Mischung aus ionischem und nicht-ionischem, metallischem Silber. Das Verhältnis von Silber in metallischer, kolloider Form zu leitfähigen Ionen ist schwer zu ermitteln, Methoden zur Ermittlung der Silberkonzentration oft unzuverlässig.

Gegner von ionischem Silber bemängeln gern, dass ein Silberion äußerst reaktionsfreudig sei, da dem Silberion (Ag+) ein Elektron fehle. Es könne daher nicht als solches bestehen bleiben und reagiere – sobald es auf ein Anion trifft (hier findet Chlorid Cl- Erwähnung), schnell damit.

Was sind Silberproteine?

Oftmals werden Polymere (natürliche aber auch synthetische) genutzt, um Silberpartikel in einer Suspension zu halten und eine höhere Konzentration zu erlangen (nach dem Prinzip „mehr hilft mehr“). Verwendung finden Proteine wie Gelatine (ein tierisches Eiweiß bzw. Polypeptid, das zum Gelieren verwendet wird) oder das Milchprotein Casein, aber auch synthetische.

In sogenannten „echten“ Kolloiden haben Silberpartikel eine Größe von 1 bis 100 nm, in Proteinen sind sie leicht 100 bis 10.000 nm groß und steigern dementsprechend schon allein durch die Partikelgröße die Silberkonzentration in der Flüssigkeit. Polymere halten die großen Partikel in Suspension. Konzentrationen von 20,000 ppm gelten bei Silberproteinen als durchaus normal.

Aber eine hohe Silberkonzentration ist nicht von Vorteil. Je kleiner die Partikel, umso größer die Oberfläche und somit Wirkfläche. Laut http://www.silver-colloids.com/ kann nur das Silber an der Oberfläche eines Partikels mit der Umgebung in Wechselwirkung (welcher Art auch immer) treten. Große Partikel machen keinen Sinn, viele kleine Partikel bewirken eine weitaus größere Oberfläche. Je größer die Partikel, umso mehr Kolloide sind erforderlich, um dieselbe Oberfläche zu erreichen. Darüber hinaus kapseln Polymere die Silberpartikel nach außen hin ab, so dass ihre Oberfläche eben nicht oder nur wenig mit der Umgebung interagieren kann.

Wirkung von Silberionen - Oligodynamie

Wie der Schweizer Botaniker Karl Wilhelm von Nägeli (1817 – 1891) festgestellt hat, haben verschiedene Metall-Kationen (positiv elektrisch geladene Metallionen) eine schädigende Wirkung auf lebende Zellen, so auch auf verschiedene Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze. Zu den betreffenden Metallen gehören allen voran Quecksilber, Silber und Kupfer und ihre Legierungen (wie Messing, Bronze, Eisen und Blei), aber auch Gold. Das Wort Oligodynamie stammt aus dem Griechischen, „oligos“ steht für „wenig“, „dynamie“ für „Kraft“.

Die Wirkung ist noch nicht vollständig geklärt. Bakterien sind unterschiedlich silberempfindlich. Grampositive Bakterien (mittels sogenannter Gramfärbung dunkelblau zu färbende) scheinen empfindlicher zu sein als gramnegative (nicht mittels Gramfärbung zu färbende) Bakterien. Die Färbungseigenschaften sind abhängig von der Struktur der Zellwand des jeweiligen Bakteriums.

Man geht davon aus, dass die kleinste wirksame Konzentration in vitro bei ca. 1 ng bis 100 ng liegt (bei silberempfindlichen Keimen). Einige resistente Mikroorganismen geben erst auf bei einer Konzentration von 1.400 ppm (1,4 g / Liter), silberresistente Bakterien (entgegen der Angaben einiger Hersteller können Bakterien laut einer neueren Studie durchaus resistent gegen Silber sein oder werden) erst bei 10.000 ppm (10 g / Liter). Silberresistente Bakterien wurden gefunden bei Silberamalgam- und bei Silberpflaster-Patienten. Gleichzeitig bestand eine Resistenz zu anderen Antibiotika, daher wird vor längerer Anwendung silberhaltiger Substanzen gewarnt (Kreuzresistenzen). Der antivirale Effekt (abtötende Wirkung auf Viren) ist relativ gering und kann nicht auffallend durch Steigerung der Konzentration erhöht werden.

Silberionen können…

  • den Stoffwechseln von Bakterien stören
  • Reaktionen mit Cytochromen (Proteine in Zellorganellen) eingehen
  • Komplexe mit DNA (Erbinformation) und RNA bilden
  • die Permeabilität (Durchlässigkeit) von Zellmembranen beeinflussen
  • an Schwefelbrücken von Proteinen binden und somit Enzymstörungen bewirken
  • mit Thiolgruppen von Enzymen Sulfide bilden
  • mit Amino- und Carboxylgruppen von Enzymen reagieren und sie dadurch inaktivieren.

Die Wirkung von Silberionen gegen Mikroorganismen ist im Labor (in vitro) nachgewiesen. Voraussetzung ist allerdings eine außergewöhnliche Einwirkzeit (Stunden) und eine ausreichende Konzentration an Silberionen. Die keimabtötende Wirkung von Silberionen (auch oligodynamisches Silber genannt) wurde vor Einsatz der heutigen Antibiotika geschätzt bei der Behandlung diverser Erkältungskrankheiten (auch in Nasentropfen) und Syphillis.

Auch heute laufen noch Studien über die Wirkung von Silberionen beispielsweise bei Erkrankungen der Atemwege. Bei der Internetrecherche trifft man auf einen Artikel der amerikanischen Autoren Eric Gordon und Kent Holtorf, die Informationen und Quellen zusammen getragen haben, die die Wirkung von sogenanntem „oligodynamischen“ Silberspray (also Silberkationen) bei Erkrankungen der Atemwege belegen sollen. Sie listen silberempfindliche Bakterien und Viren, tragen Informationen aus verschiedensten Studien zusammen und diskutieren die Wirkung im Körper, insbesondere der Wirkung auf das Immunsystem (siehe Quellen).

Die Wirkung von Silberionen wird heute noch genutzt bei:

  • Desinfektionsmitteln (meist in Kombination mit Chlorverbindungen oder Wasserstoffperoxid)
  • zur Haltbarmachung von Trinkwasser in Form von silberhaltigen Tabletten (Silber wirkt u.a. auch toxisch auf Wasserorganismen – vom Wasserfloh bis zum Fisch)
  • Kathetern (mit Silber beschichtet)
  • Pflaster zur Wundheilung (meist Silbersulfadiazin, förderlich beim Aufbau neuer Zellen) eingesetzt z. B. bei starken Verbrennungen.
  • zur Prophylaxe vor Bindehautentzündung bei Neugeborenen (1 % Silbernitratlösung als Augentropfen), meist schon ersetzt durch Antibiotika-Tropfen
  • in der Zahnmedizin in gewissen Amalgamen (Silberamalgame), Silberstiften zur Wurzelbehandlung, Zement, Wurzelfüllpasten und Endostiften
  • in Textilien (speziell für Neurodermitiker wegen der kühlenden Wirkung und der Senkung der Population an Staphylokokken)
  • diversen medizinischen Materialien und Oberflächen (das Fraunhofer Institut für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung „IFAM“ in Bremen und Bio-Gate AG in Nürnberg beschichten Materialien und Oberflächen mit Silber in Mikro- und Nano-Bereich als Schutz gegen Bakterien, Pilze etc)

Wirkung von kolloidalem Silber

Amerikanische Anbieter von sogenanntem „echten“ kolloidalem Silber heben immer wieder den Unterschied zwischen ihrem kolloidalem, also metallischem (nicht ionischen) Silber und den in Elektrolyse gewonnenen Silberionen (Ag+) hervor. Sie betonen dabei, dass ionisches Silber so gut wie keine Bioverfügbarkeit habe, da sie im menschlichen Körper (also in vivo) sofort mit dem häufig vorkommenden Chlorid-Anion (Cl-) reagieren. Aus diesem Grund sei nur elementares Silber (Ag) von therapeutischem Nutzen.

Während die Wirkung von Silberionen (siehe Oligodynamie) als Antiseptikum in der äußeren Anwendung und im Labor einwandfrei bestätigt ist, kann eine Wirkung von kolloidalem Silber laut verschiedensten Studien – vor allem im menschlichen Körper – nicht nachgewiesen werden. Im Gegenteil: Dr. Piet van Hasselt, Hals-Nasen-Ohren-Chirurg, seit 1995 tätig in eine Programm zur Prävention von Gehöhrerkrankungen der Christian Blind Mission in Botswana, Malawi, Zambia und Madagaskar, untersuchte im Jahre 2004 verschiedene Proben von kolloidalem Silber. Sein Fazit war, dass kolloidales (metallisches) Silber selbst im Labor (in vitro) keinerlei antimikrobielle Wirkung zeige und dass entsprechende Heilungsversprechen daher irreführend seien.

Gibt es ihn, den „Silbermangel“?

Silber spielt im menschlichen Stoffwechsel, aber auch bei Pflanzen und Tieren keine Rolle. Ein Silberdepot und einen daraus resultierenden Silbermangel gibt es nicht. Silber gehört zu den Schwermetallen. Anders als unter anderem Chrom, Eisen, Kupfer, Zinn und Zink gehört Silber aber nicht zu den lebenswichtigen Schwermetallen, sogenannten Spurenelementen.

Nebenwirkungen von kolloidalem Silber

Nun kann man sagen: Gut, wenn es keine Nebenwirkungen hat, so glaube ich doch zumindest an eine mögliche Wirkung. Doch der Glaube allein kann bei kolloidalem Silber keine Berge versetzen. Die Einnahme von Silber kann je nach Konzentration und Dosis eben auch Nebenwirkungen hervorrufen.

Wir nehmen über unsere Nahrung täglich verschwindend kleine Mengen an Silber zu uns. Auch über Atemwege und Lunge scheint Silber aufnehmbar zu sein. Das meiste oral aufgenommene Silber gelangt nicht in den menschlichen Kreislauf, sondern wird gleich wieder ausgeschieden. Ca. 10 % des resorbierten Silbers bindet im Blut an Transporteiweiße (meist Albumin) und zirkuliert als solche Silberalbumine im Blut. Ein Teil des Silbers im Blut liegt in gebundener Form als Salz vor und kann zu seiner metallischen Form reduziert werden.

Das resorbierte Silber wird außerhalb der Zellen in Dermis, Nerven, Kapillarwänden, elastischen Fasern, Makrophagen und Fibroblasten eingelagert. Betroffen sind – neben der Haut – auch Leber, Milz und Nebennieren.

Viele Studien belegen, dass erhebliche Nebenwirkungen bei der Einnahme von Silber keinem nachgewiesenen gesundheitlichen Nutzen gegenüberstehen. Schon die Einnahme von niedrigen Dosen über einen längeren Zeitraum führt nachweislich zur Argyrie, einer wenn auch gutartigen so doch auch irreversiblen (nicht umkehrbaren) grau-blauen Verfärbung von Haut und Schleimhäuten – oder lokal (genannt Argyrose) bei Fingernägeln und Haut, die besonders zutage tritt, wenn entsprechende Körperteile dem Sonnenlicht ausgesetzt werden (hier wird Silbersulfid gebildet, das tief in der Haut sitzt). Egal, ob Silber in Kolloidform, als Ion oder als Salz vorliegt, es kann prinzipiell Argyrie verursachen (siehe NJ Pies „Immun mit kolloidalem Silber“).

Das Pharmakologische Institut am Universitäts-Krankenhaus Eppendorf in Hamburg (Dr. Clemens Mittmann im Gespräch mit der Redaktion von „Ärztliche Praxis“) weist darauf hin, dass die Einlagerung von Silber zu chronischen Oberbauch-Schmerzen, Geschmacks- und Gangstörungen, Schwindel und Krampfanfällen (Epilepsie) führen kann und rät vehement von der Anwendung ab.
Darüber hinaus kann Silber Nierenversagen auslösen und die Funktion von Fibroblasten hemmen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die US EPA (U.S. Environmental Protection Agency) empfehlen eine maximale Silberaufnahme von ca. 180 µg Silber / Tag.

Silbersalze stellen die toxischste Form von Silberpräparaten dar. Sie können auch die Hirn-Blut-Schranke überwinden und sich im Nervensystem (in Neuronen und Gliazellen) anreichern und dort neurotoxisch wirken. Sowohl parenteral (unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes) als auch oral eingenommene Silbersalze können schwere Nebenwirkungen bis hin zu Epilepsie und Koma hervorrufen. Die tödliche Dosis von Silbernitrat vermutet man bei 10 g.

Zulassung von Silberpräparaten

Kolloidales Silber ist in Deutschland weder als Arznei noch als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen und kann daher auch nicht verschrieben werden. (Anmerkung: Nahrungsergänzungsmittel unterliegen dem NemV von 2004, die in ihrer Anlage eine Liste erlaubter Substanzen enthält, unter denen Silber nicht aufgeführt ist). In den USA sind Präparate mit kolloidalem Silber als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen, Hersteller dürfen daher keinerlei Heilungsversprechen abgeben. Einige amerikanische Anbieter nutzen die Zulassung als Nahrungsergänzungsmittel für ihre Werbung, obwohl das FDA (Food and Drug Administration) laut eigenen Angaben der Ansicht ist, Silberkolloid-Produkte sollten nicht rezeptfrei erhältlich sein. Laut FDA überwiegt bei der Einnahme von Silber das Risiko jeglichen möglichen Nutzen. Schon seit den 90er Jahren schreibt das FDA regelmäßig Verwarnungen an Hersteller von kolloidalem Silber, die in unverantwortlicher Weise mit einer Wirkung selbst bei schwersten Erkrankungen wie HIV-Infektionen und Tuberkulose werben.

Weitere Probleme mit kolloidalem Silber:

Untersuchungen verschiedener auf dem Markt erhältlicher Präparate zeigten, dass einige mit Mikroorganismen verunreinigt waren und nur wenige tatsächlich eine antibakterielle Wirkung aufwiesen. Außerdem wichen die tatsächlichen Silberkonzentrationen von den angegebenen in erheblichem Maße ab.

Im Gegensatz zu Angaben diverser Hersteller können laut neuesten Studien Bakterien sehr wohl gegen Silber resistent werden. Darüber hinaus entwickeln sie dadurch auch Kreuzresistenzen gegen andere Antibiotika. Der Anspruch, Silber könne als Alternative bei Antibiotika-resistenten Patienten verwendet werden, ist somit hinfällig.

Heilversprechen

Heilversprechen dürfen für nicht als Medikament zugelassene Präparate nicht ausgesprochen werden, doch soll es laut verschiedensten Angaben gegen eine Vielzahl von unterschiedlichsten Beschwerden helfen wie allgemeine Hauterkrankungen (Allergie, Hautpilz, Schuppenflechte etc.), Erkrankungen des Verdauungstraktes (Durchfall, Magenschleimhautentzündung etc.), Erkrankungen des Nervensystems (Hirnhautentzündung etc.), Erkrankungen der Atemwege (Grippe, Lungenentzündung, Tuberkulose), Entzündungen am Auge (Bindehautentzündung etc.), aber auch Diabetes, Blutvergiftung, Angina, Wundstarrkrampf und HIV. Selbst Rheumatoide Arthritis soll mit Silber behandelbar sein, wenn auch andere Quellen angeben, dass Silber Arthritis begünstigt.

Fazit

In manchen Fällen kann es nützlich sein, kurzfristig auf bewährte Silberpräparate zur äußeren Anwendung zu setzen (Pflaster bei Verbrennungen o.ä.). Das Risiko, an einer der genannten Nebenwirkungen zu erkranken, ist bei niedriger Dosis und kurzzeitiger Anwendung mit längeren Abständen relativ gering. Von der Einnahme von kolloidalen Silberpräparaten dagegen ist abzusehen.

Hier nur einige der vielen interessanten Quellen und weiterführenden Links zum Thema Rheuma: 

 
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Datum: 03.09.2010

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