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Schüßler-Salze PDF Drucken E-Mail

schuesslersalz_verkleinertDie Therapie mit Schüßler-Salzen wird gern in einen Topf geworfen mit Homöopathie oder dem Einsatz von Mineraltabletten. Dabei sind die Unterschiede zu beiden tatsächlich groß. Schüßler-Salze sind potenzierte Mineralstoffe, die auch im menschlichen Körper vorkommen. Sie können dafür sorgen, dass Mineralstoffe aus der Nahrung wieder aufgenommen werden, also bei Störungen im Mineralstoffhaushalt wirken.

Die Theorie Dr. Schüßlers

Schüßler lebte im 19. Jahrhundert. Erst kurz vor seiner Zeit wurden Erkenntnisse über den Aufbau und die Funktion von Zellen gewonnen. Dr. Schüßler vertrat die These, dass bei Fehlen von lebenswichtigen Mineralstoffen Krankheiten entstehen können. Seiner Ansicht zufolge können Mineralsalze aus der Nahrung – selbst wenn sie in ausreichender Menge aufgenommen werden - nicht die Zelle erreichen, weil sie in viel zu großen Molekülverbänden vorliegen bzw. im Magen-Darm-Trakt chemisch verändert werden. Daher hielt er es wie die Homöopathen mit der Potenzierung. Dadurch würden die Mineralsalze dermaßen isoliert, dass sie einzeln vorliegen und ganz von Milchzucker umgeben sind. Heute weiß man, dass die Potenzierung nicht zu isolierten Einzelmolekülen führt, aber die gesamte Oberfläche tatsächlich extrem stark vergrößert wird, wodurch sie vom Körper besser aufgenommen werden können als nicht potenzierte Mineralstoffe.

Was sind Schüßler-Salze?

Schüßler-Salze sind mineralische Mittel, also anorganischen Ursprungs, es handelt sich um 12 Funktionsmittel und 12 Ergänzungsmittel. Sie beinhalten im Wesentlichen die essentiellen Mineralien und vor allem Mengenelemente wie Kalzium, Magnesium und Phosphor. Die Ergänzungsmittel (von Dr. Schüßlers Schülern eingeführt) beinhalten die Spurenelemente wie unter anderem Zink, Kupfer und Arsen.

Es handelt sich um körpereigene Salze, die homöopathisch aufbereitet werden. Die Mineralien liegen in gelöster (dissoziierter) Form vor, also in wässriger Lösung. Ein Salz zerfällt dabei in ein positiv geladenes Teilchen (Kation) und ein negativ geladenes Teilchen (Anion). Man spricht daher auch von Elektrolyten. Es kommt zu Wechselwirkungen der einzelnen Ionen untereinander, teilweise benötigen sie sich gegenseitig, teilweise hemmen sie sich.

Schüßler-Salze – Abgrenzung zur Homöopathie

Homöopathie und Schüßler-Salze haben eigentlich nur eines gemeinsam: ein vergleichbares Herstellungsverfahren (das sogenannte Potenzierungsverfahren). Das aus der Homöopathie bekannte Ähnlichkeitsprinzip (Gleiches mit Gleichem heilen) und die seelisch-geistigen Aspekte finden bei der Anwendung von Schüßler-Salzen keine Anwendung. Laut Therapeuten liegen den Schüßler-Salzen physiologisch-chemische Vorgänge zugrunde, die sich nachvollziehen lassen.

Schüßler-Salze – Abgrenzung zu Mineraltabletten

Die Abgrenzung von Schüßler-Salzen zu Mineraltabletten erfolgt ganz klar über die Mengen. In Mineraltabletten sind große Mengen des jeweiligen Minerals enthalten.

Schüßler-Salze können – wenn überhaupt - nur bis zu einem gewissen Grade selbst Mängel ausgleichen (im Bereich der Spurenelemente). Die Erklärung für die Wirkung von Schüßler-Salzen findet sich eher in der Reiztherapie. Demzufolge wird der Körper durch Einnahme der Salze an die jeweiligen Mineralsalze „erinnert“ und ist dadurch wieder im Stande, sich diese Stoffe aus der Nahrung zu holen.

Die Idee, bei der Anwendung von Schüßler-Salzen handele es sich um eine Art der Substitutionstherapie, ist dagegen schwer nachvollziehbar. Dann würden sie wirken wie Nahrungsergänzungsmittel, d.h. der Bedarf bzw. der Mangel an Mineralsalzen würde durch die Einnahme der Schüßler-Salze direkt gedeckt. Da Schüßler-Salze aber nur relativ kleine Mengen an Mineralien enthalten und der tägliche Bedarf eines Menschen doch entsprechend höher ist und - zum Teil unter Umständen noch nicht einmal durch die tägliche Nahrung gedeckt werden kann - ist dieser Erklärungsansatz eher unwahrscheinlich.

Darreichungsform und Aufnahme der Schüßler-Salze

Bei den Tabletten handelt es sich um Pastillen in Milchzuckerreibung, um Pulver oder Dilution (Flüssigkeit). Für jedes Salz hat sich eine bestimmte Potenzierung durchgesetzt. „D“ steht für Dezimalpotenz, „6“ steht für den Grad der Potenzierung. D6 steht also für 1 g Mineralstoff auf 1.000.000 g Milchzucker und ist typisch für Schüßler-Salze.

Durch die starke Potenzierung sind die biochemischen Mineralien so aufbereitet, dass sie direkt dem Blut zugeführt und an den Ort der geringsten Konzentration im Körper, wo entsprechend der höchste Bedarf besteht, transportiert werden. Über Reize im Körper wird nun der Organismus angeregt, aus der Nahrung die für ihn wichtigen Stoffe herauszuholen.

Schüßler-Salze werden nicht geschluckt, man lässt sie langsam im Mund zergehen. Therapeuten, die mit Schüßler-Salzen arbeiten, argumentieren unter anderem, dass Mineralien, wenn sie geschluckt würden, also die Aufnahme hauptsächlich über den Magen-Darm-Trakt erfolgt, unter Umständen bei Störungen der Darmflora nicht ausreichend resorbiert oder ausgeschieden würden bzw. sich an bestimmten Stellen im Körper ablagern könnten (beispielsweise in schlecht durchblutetem Gewebe, Gelenken oder Muskeln). Biochemische Schüßler-Salze würden dagegen vorwiegend über die Schleimhaut des Mundes zum Blut transportiert und an Stellen im Körper geliefert, an denen der Mangel besteht. Es würde keine zusätzliche Energie für den Umbau von Molekül auf verwendbare Größe benötigt und es käme nicht zu chemischen Veränderungen.

Die 12 Funktionsmittel

Schüßler-Salz Nr. 1 Calcium Fluoratum
Chemische Bezeichnung: Kalziumfluorid oder Fluorkalzium, typische Potenz: D12
Vorkommen im Körper: Zahnschmelz, Knochen, Oberhaut, Sehnen, Zahnschmelz, elast. Gewebe
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Bindegewebe, Haut, Gelenke,
Hauptanwendungen: Gelenkschmerzen, Hauterkrankungen, Krampfadern.

Schüßler-Salz Nr. 2 Calcium Phosphoricum
Chemische Bezeichnung: Kalciumhydrogenphosphat, phosphorsaures Kalzium, typische Potenz: D6
Vorkommen im Körper: häufigstes Salz, in allen Zellen, Knochen, Zellmembranen
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Knochen, Zähne
Hauptanwendungen: Durchblutungsstörungen, Regeneration, Rückenschmerzen

Schüßler-Salz Nr. 3 Ferrum phosphoricum
Chemische Bezeichnung: Eisenphosphat oder phosphorsaures Eisen, typische Potenz:  D12
Vorkommen im Körper: Hämoglobin der roten Blutkörperchen, Immunsystem
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Immunsystem, Entzündungen
Hauptanwendungen: Entzündungen, Erkältung, Fieber

Schüßler-Salz Nr. 4 Kalium Chloratum
Chemische Bezeichnung: Kaliumchlorid, Chlorkalium, typische Potenz: D6
Vorkommen im Körper: alle Zellen, rote Blutkörperchen
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Schleimhäute / 2. Enzündungsstadium
Hauptanwendungen: Halsentzündung, Schnupfen, Übergewicht

Schüßler-Salz Nr. 5 Kalium Phosphoricum
Chemische Bezeichnung: Kaliumphosphat, Kaliumdihydrogenphosphat, phosphorsaures Kalium, typische Potenz: D6
Vorkommen im Körper: in allen Zellen, insb. Nerven und Muskeln
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Nerven
Hauptanwendungen: Antriebsschwäche, Erschöpfung, Schlaflosigkeit

Schüßler-Salz Nr. 6 Kalium Sulfuricum
Chemische Bezeichnung: Kaliumsulfat, schwefelsaures Kalium, typische Potenz: D6
Vorkommen im Körper: vor allem in Oberflächenzellen (Haut, Schleimhaut)
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Stoffwechsel / 3. Entzündungsstadium
Hauptanwendungen: Asthma, Ekzeme, Nebenhöhlenentzündung

Schüßler-Salz Nr. 7 Magnesium Phosphoricum
Chemische Bezeichnung: Magnesiumhydrogenphosphat, phosphorsaures Magnesium, typische Potenz: D6
Vorkommen im Körper: Knochen, Muskeln, Nerven, rote Blutkörperchen, Schilddrüse, Leber
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Muskeln / Schmerzzustände
Hauptanwendungen: Krämpfe, Migräne, Schmerzen

Schüßler-Salz Nr. 8 Natrium Chloratum
Chemische Bezeichnung: Natriumchlorid, Kochsalz, typische Potenz: D6
Vorkommen im Körper: Außerzelluläre Flüssigkeit, Knochen, Knorpel, Magen, Nieren
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Flüssigkeitshaushalt / Brennen
Hauptanwendungen:  Diabetes, Rheuma, Trockene Haut

Schüßler-Salz Nr. 9 Natrium Phosphoricum
Chemische Bezeichnung: Natriumhydrogenphosphat, phosphorsaures Natrium, typische Potenz: D6
Vorkommen im Körper: Extrazellulär, Nerven- und Muskelzellen, Blutkörperchen
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Stoffwechsel
Hauptanwendungen: Erhöhte Blutfettwerte, Gicht, Übergewicht

Schüßler-Salz Nr. 10 Natrium Sulfuricum
Chemische Bezeichnung: Natriumsulfat, Glaubersalz, typische Potenz: D6
Vorkommen im Körper: extrazellulär, Gewebeflüssigkeit
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Entschlackung
Hauptanwendungen: Erkältung, Kopfschmerzen, Verdauungsschwäche

Schüßler-Salz Nr. 11 Silicea
Chemische Bezeichnung: Siliziumdioxid, Kieselsäure(anhydrid), typische Potenz: D12
Vorkommen im Körper: Bindegewebe, Haare, Nägel, Immunsystem
Einsatz-Bereich als Schüßler-Salz: Bindegewebe, Haut, Haare
Hauptanwendungen: Abwehrschwäche, Arteriosklerose, Bindegewebsschwäche

Schüßler-Salz Nr. 12 Calcium Sulfuricum
Chemische Bezeichnung: Kalciumsulfat, schwefelsaures Kalzium, Gips, typische Potenz: D6
Vorkommen im Körper: alle Grenzschichten und Zellmembranen, vor allem Leber
Einsatz-Bereich als Schüßler--Salz: Gelenke
Hauptanwendungen: Arthrose, Eiterungen, Rheuma

Fazit

Natürlich gibt es Kritik aus Reihen der klassischen Medizin. Jeder Erklärungsversuch aus Sicht der klassischen Medizin ist allerdings auch zum Scheitern verurteilt – dabei teilen Schüßler-Salze das Schicksal fast jeder auf Naturheilkunde basierenden Therapie.

Dabei sind Schüßler-Salze eine interessante Idee, die man durchaus verfolgen sollte. Schüßler-Salze sind kostengünstig und mit keinerlei Nebenwirkungen verbunden. Schüßler-Therapeuten raten ausdrücklich nicht zum Abbruch oder zur Reduktion der laufenden Medikation – dies nur, um möglichen Kritikern im Vorfeld den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Quellen und andere interessante Links zu diesem Thema

http://schuessler-salze-liste.de/
http://schuessler-salze-wirkung.de/
Buch „Gesund durch Schüßler-Salze – Mit den zwölf Lebenssalzen Seele, Geist und Körper heilen“ von Heide Haiduk, Knaur Verlag.

 
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Datum: 19.05.2012

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