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Entwickler der sogenannten Clustertherapie und Therapeuten, die sie in ihr Repertoire aufgenommen haben, bezeichnen die Clustertherapie als DIE ganzheitliche Methode zur Identifikation und Behandlung von krankhaften Zuständen in unserem Organismus, als „Medizin der Zusammenhänge“.
Die zugrundeliegende Theorie hinter der Clustertherapie zu begreifen und halbwegs nachvollziehen zu können, ist nicht einfach. Der Bund deutscher Heilpraktiker bietet folgende Definition:
Der Begriff Cluster (engl. Traube) bezeichnet einen von seiner Umgebung abgegrenzten Bereich, der sich selbständig organisiert. Am Anfang der Clustermedizin steht die Überlegung: Was gibt es "ähnlicheres" als Heilinformationen, die in einem Menschen enthalten ist? Ziel ist es, dem Organismus pathologische Zustände deutlich zu machen und ihn mittels der aus ihm gewonnenen Informationen zur Heilung anzuregen.
Demnach können die im Körper ablaufenden Prozesse mittels Clusterdiagnostik entschlüsselt werden. Zur Clusterdiagnostik stehen entweder die Analyse von Körpersubstanzen (Substanzcluster aus z. B. Blut) oder die Analyse von Bildzuordnungen (Eidalcluster; griech. „eidos“ = das Bild) zur Verfügung. Die Ergebnisse können den Zustand des Patienten auf somatischer (körperlicher) und psychischer Ebene wiedergeben. In der Clustertherapie werden die gewonnenen Informationen dem Patienten nach Aufarbeitung zurückgegeben. Clustertherapeutika sollen die krankmachenden Muster (psychischer und physischer Art) durch Interferenz stören und so den Selbstheilungsprozess anregen.
Soviel zur Definition.
Die Idee dahinter:
Clusterdiagnostik und Clustertherapie - entwickelt vom Heilpraktiker Ulrich-Jürgen Heinz - verstehen sich als ein ganzheitliches Diagnose- und Therapiesystem. Die Grundlage der Clustertherapie beruht auf der Annahme, dass wir Menschen alle Erlebnisse und Ereignisse unseres Lebens in Form von Informationsmustern in unseren Zellen speichern.
Diese Muster finden sich laut These in Körpersubstanzen, aber auch in der Interpretation von Bildern. Wem es gelingt, mit Hilfe dieser Muster ein zusammenhängendes Bild zu gewinnen, kann die gewonnenen Informationen zur Selbstheilung nutzen.
Vorgeschichte der Clustermedizin
Die Clustermedizin geht zurück auf die von Paracelsus (1453-1541) begründete Spagyrik, ein Teilgebiet der Alchemie. Die „moderne“ Spagyrik wurde begründet von Carl-Friedrich Zimpel (1801-1879), Eisenbahnangestellter auf der Suche nach dem „Allheilmittel“. Die sogenannte Clustermedizin (kurz „CM“), wurde von dem schwäbischen Heilpraktiker Ulrich-Jürgen Heinz entwickelt. – Mehr zu den Personen siehe unsere Liste „interessante Links“.
Wie läuft das für den Patienten in etwa ab?
Die Vorgeschichte wird besprochen. Erkrankung oder Ergebnisse eines Vortests geben Informationen darüber, welche Körpersubstanz (Blut, Urin, Speichel oder Schweiß; es werden verschiedene Quellen verwendet um möglichst verschiedene Aspekte des Menschens abbilden zu können) bei dem speziellen Patienten verwendet werden sollte, d.h. am besten geeignet ist, den jeweiligen Stoffwechsel (Körper und Psyche) wiederzuspiegeln. Für die Diagnose kann man – grob vereinfacht – zwischen zwei Informationsquellen wählen: der körperlichen oder der psychischen.
- Substanzcluster: Es wird eine Probe der jeweiligen Körpersubstanz entnommen.
- Eidalcluster: Es wird ein Assoziationstest durchgeführt. Lebenslang gespeicherte Bilder und Assoziationen werden über Provokation sichtbar gemacht und anschließend interpretiert. Man verwendet 21 Tafeln mit geometrischen Mustern und ordnet eine Aussage (die sogenannte Provokation) diesen Bildtafeln spontan zu. Diese spontanen Assoziationen, in der Psychotherapie häufig verwendet, sollen den emotionalen Schwerpunkt des Menschen wiederspiegeln und die Beziehung von somatischen (körperlichen) zu psychischen (geistigen) Problemen aufzeigen.
Die Proben bzw. die Ergebnisse des Assoziationstests werden an die Firma Heinz Cluster Analytik GmbH geschickt. Dort werden
- wässrige Suspensionen der Proben (Substanzen aus Blut, Urin, Speichel, Schweiß) mit einer Salzlösung versetzt. Das Wasser wird unter definierten Bedingungen verdunstet. Das Salz kristallisiert nach charakteristischen unter dem Mikroskop erkennbaren Mustern (sog. Texturen) aus, die mit Hilfe einer eigens entwickelten Computersoftware in einen numerischen Code (NSQ numerische Sequenz) umgewandelt werden.
- die Antworten des Assoziationstests mittels Software ebenfalls in einen numerischen Code umgewandelt.
Nach dem Prinzip der Analogie werden die gewonnen numerischen Codes mit anderen in eigener Datenbank gespeicherten Kristallisationsmustern verglichen und auf Ähnlichkeit geprüft. Diese „Entschlüsselung“ bzw. Auswertung soll darstellen, warum ein Mensch so ist wie er ist und ein Bild seiner Eigenschaften und krankhaften Zustände vermitteln, aber auch mögliche Korrektur- bzw. Therapiemaßnahmen anzeigen.
Aber was ist das schwarze Loch „Computersystem“? Es handelt sich dabei um eine Art „Modellierung“. Angeblich arbeitet es nach den Prinzipien der
- Quantenphysik (Bereich der Physik, der sich mit dem
Verhalten und der Wechselwirkung kleinster Teilchen befasst)
- Stochastik (Teilgebiet der Mathematik, Lehre von der Häufigkeit
und Wahrscheinlichkeit)
- Evolutionsbiologie (die Entwicklung von Tier, Mensch und Pflanzen von einer einzigen Zelle in einen komplexen Organismus)
Doch jedes Computermodell braucht Daten, die es beleben. Erfahrungswerte, aus denen man eine Folgerung für die Interpretation von Daten für die Zukunft ableiten kann. Woher stammen diese Daten? Von den sicher zugegebenermaßen bisher noch nicht sehr vielen Anwendern der Clustertherapie? Oder welche anderen Daten und Erfahrungen legt man bei der Auswertung der Kristallstrukturen bzw. der numerischen Sequenzen zugrunde?
Die Auswertung und Vorschläge für eine mögliche Therapie werden in einer zweiten Therapiesitzung zwischen Therapeut und Patient besprochen und in eine Clustertherapie umgesetzt. Der „entschlüsselte“ Code soll anzeigen, welche Heilmittel eingesetzt werden können.
Worüber soll die Auswertung Aussagen treffen können?
Laut Clustermedizin gibt die Auswertung Aussagen über:
- psychische Verfassung
- körperliche Verfassung (aktuelle Stoffwechselprozesse, Vitamin- und Mineralienmangel)
- Organbelastungen (z. B. Ablagerungsorte von Toxinen)
- erbliche Dispositionen (Veranlagungen)
- Prägungen und Verletzungen
- Unverträglichkeiten
- Bedürfnisse und
- Ängste
Resultat ist eine genaue Analyse des Patienten, aber auch eine Analyse der Potenziale des Patienten, die eine Überwindung der aktuellen Krankheit ermöglichen können. Ziel ist es, ein umfassendes Bild zu erhalten und anhand dessen eine Therapie zusammenzustellen. Aber auch künftige Erkrankungen sollen mittels Clusteranalyse erkennbar bzw. vorhersagbar sein. Ziel der Clustertherapie ist es, die Belastbarkeit des Patienten (physisch und psychisch) zu steigern.
Was folgt ist die Clustertherapie:
Es gibt verschiedenste Medien der Clustertherapie. Die häufigsten sind:
- WasserCluster (spagyrischer Spray; informiertes Wasser) spagyrisch hergestellte und homöopathische Präparate aus diversen Bestandteilen (Pflanzenteilen, Körpersubstanzen) sollen dem Körper sein Störprofil zurückgeben und zur Selbstkorrektur anregen. Individuelle Heilmittel werden ebenfalls kodiert. Zur Herstellung verwendete Pflanzen durchlaufen nach Herstellerangaben besondere Belastungstests (Bakterien, Viren, Pilze etc..), nur resistente Pflanzen werden verwendet.
- TonCluster (Töne, Schall- oder Druckwellen wirken auf Zellmembranen und sollen den Zellstoffwechsel beeinflussen) und
- BildCluster (das Betrachten eines bewegten Pixelbilds am Bildschirm soll bestimmte Nervenbahnen stimulieren, Bilder sollen unmittelbar Assoziationen auslösen).
Das geeigneteste Medium für die Therapie wird mit dem Therapeuten ausgewählt.
Was sagen die Kritiker?
Es gibt keinen unabhängigen Nachweis dafür, dass Clusteranalyse oder –therapie mit einem gesundheitlichen Nutzen verbunden werden können.
Laut ÖKO-TEST stellt selbst der Fachfortbildungsleiter beim Verband Deutscher Heilpraktiker, Claus-Dieter Marowsky, fest, dass »der wissenschaftliche Nachweis für den Nutzen der Behandlung bislang fehlt“. Bedenklich erscheint die Clustermedizin aus diesem Grunde hauptsächlich, wenn sie als Monotherapie (also ausschließlich) zur Behandlung von schweren Erkrankungen eingesetzt wird. Auf nachweisbar wirksame Therapien sollte niemals verzichtet werden.
Außerhalb der alternativen Kreise ist die Clustermedizin unbekannt. Weder das Bundesgesundheitsministerium noch der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen konnte ÖKO-TEST eine Einschätzung zur Wirksamkeit geben. Auch im englischsprachigen Ausland finden sich bei unserer Internetrecherche keinerlei Informationen zu dieser Form der Therapie.
Einen Vorteil hat die Clustertherapie: Wenn – wie der Hersteller angibt – tatsächlich nur noch reines (wenn auch „informiertes“) Wasser übrig ist zum Schluss, ist die Wahrscheinlichkeit, dass mit Nebenwirkungen zu rechnen ist, äußerst gering.
Das Geschäft mit der Clustertherapie
Das Geschäft mit dem der Clustertherapie läuft gut. So lassen sich Elixiere, Cremes und Lotionen (Viva Intelligente Regulationskosmetik / Heinz Pflegelinie) und Arzneimittel nach Individualrezepturen gemäß Clustermedizin (Landapotheke Heiligenloh) anfertigen.
Audio-CDs sind für die Therapie verschiedenster Probleme zu haben: Sei es zur Straffung des Bindegewebes, zur Vertreibung von Schnecken, Linderung von Rheumaschmerzen oder zur Anregung des Brustwachstums. Spray, Bonbons, Salz (Ausleitungssalze für Schwitzbäder) oder einfach nur Literatur zu dem Thema Spagyrik, Runen und Pflanzenheilkunde runden das Sortiment der HCA Heinz Cluster Analytik GmbH weiter ab.
Nur so am Rande - Vergleich zur Eigenbluttherapie
Auch andere Therapieverfahren bedienen sich eigener Körperflüssigkeiten für die Herstellung von „Wirkstoffen“, so auch die Eigenbluttherapie, die verschiedenste Heilverfahren umfasst, bei denen dem Patienten Blut aus der Armvene (oder bei der sogenannten autohomologen Immuntherapie AHIT auch aus Harn) entnommen und später (je nach Eigenbluttherapie ggf. nach Behandlung) intramuskulär oder intravenös wieder zurück injiziert oder bei größeren Mengen infundiert wird (bei der AHIT wird der Wirkstoff auch oral, nasal, inhalativ oder parenteral zurückverabreicht).
Ziel der Eigenbluttherapien ist es, das Immunsystem anzuregen bzw. zu regulieren, im Falle der AHIT soll dies geschehen durch Vermehrung von immunrelevanten Zellen. Die Eigenbluttherapie wird mehrfach wiederholt und soll bei chronischen Infekten, Allergien, Asthma oder Durchblutungsstörungen durch Anregung des Immunsystems wirken. Darüber hinaus soll es unter anderem wirksam gegen rheumatische Erkrankungen sein.
Alle Therapieansätze der Eigenbluttherapie sind kritisch zu betrachten und werden allgemein als fraglich bezeichnet. Anders als bei der Clustertherapie, werden nicht „nur“ Informationen, sondern eben Substanzen – das eigene und oftmals modifizierte Blut - injiziert. Das Risiko einer Abwehrreaktion gegen das eigene Blut kann nicht ausgeschlossen werden. Im Gegensatz zu der Clustertherapie haben sich öffentliche Institutionen bereits verstärkt mit der Materie vertraut gemacht. So hat sich die Kassenärztliche Vereinigung mit der Wirksamkeit verschiedener (allerdings nicht aller) Eigenbluttherapien auseinander gesetzt (Methoden Vertragsärztliche Versorgung, Anlage II – Methoden, die nicht als vertragsärztliche Leistungen zu Lasten der Krankenkasse erbracht werden dürfen) und lehnt alle untersuchten Eigenbluttherapien als nicht erstattungsfähig ab.
Die Clustertherapie - einen Versuch wert?
Anders als in der Eigenbluttherapie setzt man bei der Clustertherapie nicht auf nachweisbare Bestandteile, sondern auf die Rückgabe von Informationen. Dank Potenzierung der Wirkstoffe (auch Verdünnung) sind keine nachweisbaren Bestandteile wie Blutkörperchen oder Immunstoffe mehr enthalten. Vom Auftreten von Nebenwirkungen ist daher vermutlich nicht auszugehen.
Gut. Die Clustertherapie scheint (außer unserer Geldbörse) niemandem zu schaden. So mag es vielleicht für den einen oder anderen einen Versuch wert sein. Ein Wirkungsnachweis jedweder Art fehlt allerdings gänzlich. Die Gefahr bei der Anwendung liegt vielleicht nicht in seinen Nebenwirkungen. Schon die Tatsache, dass während der Therapiesitzung jemand uns und unserer Krankheitsgeschichte erhöhte Aufmerksamkeit widmet, trägt sicherlich in nicht unerheblichem Maße zu unserem Heilungsprozess bei. Die Gefahr liegt ganz woanders: Obwohl grundsätzlich von Komplementärtherapie gesprochen wird (also Anwendung zusätzlich zu bestehenden schulmedizinischen Therapien), so mag doch der ein oder andere Therapeut versucht sein, auch bei schweren Erkrankungen ausschließlich auf die Clustertherapie zu setzen. Hier sehen Kritiker das größte Problem, denn das Absetzen einer laufenden – und nachweislich wirksamen – Therapie oder Medikation kann schwerwiegende Folgen für unsere Gesundheit haben.
Anmerkung
Die Clustertherapie nach Heinz ist nicht zu verwechseln mit der ähnlich-lautenden Cluster-Immuntherapie (oder spezifische Immuntherapie SIT) zur Hyposensibilisierung bei Allergien. Der Begriff „Cluster“ findet eben in den verschiedensten – und nicht nur medizinischen - Bereichen Verwendung.
Interessante Quellen und weiterführende Links:
Kritische Äußerungen zu den Themen Spagyrik und Clustermedizin:
Aus der Reihe „Jenseits der Schulmedizin“ der Süddeutschen Zeitung, Juni 2007
Artikel von Colin Goldner, klinischer Psychologe, über Spagyrik und Clustermedizin. http://www.sueddeutsche.de/wissen/special/159/142843/1/index.html/gesundheit/artikel/446/119302/article.html
ÖKO-TEST zum Thema Clustermedizin
http://www.oekotest.de/cgi/vb/vbgs.cgi?frage=11020
Namen in diesem Zusammenhang und Quellen bzw. Links zu mehr Informationen:
Ein Beispiel eines Eidalclusters zu Demonstrationszwecken findet sich unter:
http://www.gerold-cas.de/eidal1.html. Hier wird z. B. die Aussage „Ich habe Angst“ einem
von 9 Bildern zugeordnet, die spontan und intuitiv ausgewählt werden können.
Paracelsus (Theophrastus Bombastus von Hohenheim; 1493 – 1541), Begründer der Spagyrik, Nutzung der alchemistischen Ansätze für die Medizin. Über Paracelsus und die Spagyrik als Teilbereich der mittelalterlichen Alchemie: http://de.wikipedia.org/wiki/Alchemie
Carl-Friedrich Zimpel (1801 – 1879), selbstberufener Wunderheiler, Eisenbahnangestellter, auf den die moderne Spagyrik zurückgeht. Über Carl-Friedrich Zimpel und das Zimpelsche Heilsystem der Spagyrik: http://de.wikipedia.org/wiki/Carl-Friedrich_Zimpel
Ulrich Jürgen Heinz (geb. 1941), Philosoph und Entwickler der Clustermedizin® bzw. Heinz-Spagyrik, einer Sonderform der Spagyrik. Studium der Philosophie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaften. Seit 1976 Heilpraktiker mit eigenem Labor und Forschungsbetrieb.
Website der HCA Heinz Cluster Analytik GmbH
http://www.clustermed.de/ bzw. http://www.clustermedizin.de/
Carsten Pötter, Apotheker aus Twistringen, enger Mitarbeiter von Heinz
http://www.land-apo.de/apotheke/index.htm
Weitere Definitionen und Informationen zum Thema Clustermedizin / Rheuma:
Website von Clustertherapeutin Dr. Sabine Bucek zu Clustermedizin.
http://www.clustermedizin.com/clustermedizin_clustertherapie.php
Definition von Clustertherapie gemäß Bund deutscher Heilpraktiker
http://bdh-online.de/9.0.html?&tx_drwiki_pi1[keyword]=Clustertherapie
Erstellt am 4.8.2008
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