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Rheuma, das ist auch eine psychosomatische Erkrankung. Wenn wir davon ausgehen, dass Rheuma auch einen psychologischen Trigger haben kann, ist das Erkennen und die Beseitigung von bestehenden Konflikten ein möglicher Denkansatz bei der psychologischen Therapie von Rheumapatienten. - In der „Psychotherapie-Szene“ mischt schon lange ein bunter Vogel mit, ohne anerkannten psychotherapeutischen Hintergrund, aber mit Erfolg. Bert Hellinger macht mit öffentlichen Veranstaltungen mit 1000en von Zuschauern von sich reden.
Geliebt, verehrt, verachtet oder gehasst. Nie sind die Gefühle, die er bei Kollegen, Psychotherapeuten oder Klienten erweckt, so scheint es, einfach moderater Natur.
Die Idee dahinter
Verstrickungen in einem Familiensystem können zu einem blinden und zwanghaften Verhalten führen. Um herauszufinden, ob und wo ein Ungleichgewicht in Familienbeziehungen vorliegt, arbeitet der Klient in einem Gruppenseminar mit einem Aufstellungsleiter zusammen. Diese Familienaufstellung soll helfen, Bindungen und Verstrickungen der Teilnehmer anzuschauen und ggf. eine Lösung auf den Weg zu schicken.
Was heißt „systemisch“
Systemisch meint, dass es nicht nur um den Einzelnen geht, sondern um das größere Familienfeld, manchmal umfasst es Generationen, die sogenannte „Herkunftsfamilie“, die Ahnen.
Wer kann daran teilnehmen
Personen, die ein Anliegen haben, die ahnen, dass ein Konflikt – wo auch immer – vorliegt, den sie gern klären möchten. Die Person sollte psychisch stabil und körperlich gesund sein.
Wie kann ich mich vorbereiten
Aufstellungsleiter betonen, dass es Sinn macht, sich im Vorfeld klarzumachen, welche einschneidenden Erlebnisse es in der Familie des Aufstellers gab, auch über Generationen hinweg, wie z. B. Tod, Trennung, Gewalt und andere Krisen.
Wie läuft es ab
Der Klient wird in der Familienaufstellung zum Aufsteller. Dieser stellt für sich und für Personen aus seiner Familie oder seinem Alltag (Freunde, Kollegen) Stellvertreter auf, die räumlich so von ihm oder ihr angeordnet werden, wie es seiner bzw. ihrer Wahrnehmung der Familien- oder sonstigen Beziehungssituation entsprechen. Die Stellvertreter werden wortlos im Raum aufgestellt, Ort und Blickrichtung sind vom Klienten wählbar. Auch die Stellvertreter wirken dabei aktiv mit, indem sie dem Aufsteller mitteilen, wie sie sich in der aufgestellten Ordnung fühlen. Die Vertreter haben keine Vorkenntnisse über das reale System. Sie werden nach Veränderungen in ihrer Wahrnehmung befragt, wie Veränderungen im Körperempfinden, Empfindungen von Zugehörigkeit oder Distanz zu anderen Vertretern, plötzliche Impulse (die Position verändern zu wollen), unerwartete Gedankengänge in Bezug auf das aufgestellte System oder Emotionen (Ärger, Erleichterung, Unruhe, Erwartungen). Nicht jeder Vertreter erfährt eine Wahrnehmensveränderung („repräsentierende Wahrnehmung“). Manche Vertreter nehmen auch Positionen mit „schwacher Dynamik“ ein.
Diese Aufstellung soll dabei helfen, die Sicht der Probleme zu verändern. Vertreter können unter Umständen Aussagen machen, die den Aussagen im realen System nahe kommen, was dem Aufsteller im realen System weiterhelfen kann. Manchmal ergibt sich aus einer solchen Aufstellung, dass Personen vergessen und ausgeschlossen („nicht geachtet“ wurden, die aber ebenfalls zum System gehören wie früh Verstorbene oder frühere Partner. Ein erster Schritt, ist diese Personen wieder in den Kreis mit aufzunehmen (die Ordnungen der Liebe wieder herzustellen). Versöhnung steht für Hellinger an erster Stelle.
Der Aufsteller selbst ist nur beim Aufstellen aktiv in das Geschehen involviert, danach bleibt er passiv und harrt der Dinge bzw. Aussagen, die da kommen.
Aufstellungsseminare dauern für gewöhnlich 1 – 4 Tage, einige Seminarleiter bieten auch Schnupperabende mit einer Dauer von ca. 3 Stunden an. Teilnehmer können sich entweder als Vertreter zur Verfügung stellen oder erhalten eine eigene Aufstellung.
Aufgabe von Seminarleiter und Stellvertretern
Der Leiter eines solchen Seminars greift nur gelegentlich unterstützend ein. Die eigentlich Aktiven in der Familienaufstellung sind die Stellvertreter. Sie werden gebeten, Auskunft über ihre Gefühle in dieser Aufstellung zu geben. Man geht davon aus, dass die Empfindungen der Stellvertreter relativ genau denen der von ihnen vertretenen Personen widerspiegeln und dass seine bzw. ihre Aussagen Aufschluss über die Beziehungen innerhalb der Familie des Aufstellers geben können. Damit soll bisher Verborgenes sichtbar gemacht werden, ohne dass die Stellvertreter selbst über Hintergrundwissen verfügen..
Jeder Aufsteller hat seinen eigenen Stil, eine Aufstellung zu moderieren. Keine Aufstellung ist mit einer anderen identisch. Der Aufsteller kann nicht festlegen, in welcher Weise sich die Vertreter äußern oder wie bzw. was sie wahrnehmen. Er kann zwar sogenannte Interventionen einleiten, kann aber nicht bestimmen, welche Entwicklung eine Aufstellung nimmt – weshalb man ihn eher als „Aufstellungsmoderator“ oder „Gastgeber“ und nicht als „Aufstellungsleiter“ bezeichnen sollte. Interventionen können sein: die Veränderung der Position der Vertreter (Umstellung der Vertreter) oder die Vorgabe von Sätzen. Er erkundet die Wirkung dieser Interventionen auf das aufgestellte System. Ein Lösungsbild kann z. B. gefunden sein, wenn jeder Systemteilnehmer frei von systembelastenden Symptomen ist (den richtigen Platz im System gefunden hat).
Eingreifen muss der Seminarleiter, indem er den jeweiligen Vertreter gegebenenfalls austauscht, wenn der Vertreter a) offensichtlich eine Rolle spielt, b) eine Vertreterrolle übernommen hat, die er in seiner eigenen Lebenssituation inne hat und somit eigene Erfahrungen und Muster mit einbringt.
Das Ziel
In diesem Gruppenseminar sollen die Aufsteller erkennen, wo die Verstrickungen im eigenen Familiensystem (Herkunfts- und Gegenwartsfamilie), und in dem der anderen Teilnehmer liegen. Verstrickungen laut Hellinger, das sind „blinde Bindungen der Liebe“. Sie führen (so die Aufstellungsleiter) oft zu blindem Zwang und lassen uns solange nicht los, bis wir sie angeschaut haben. Laut Hellinger haben 80% der (Partner-) Konflikte im Leben ihren Ursprung nicht im eigenen Leben, sondern im Familiensystem.
Über Bert Hellinger
Bert Hellinger (mit Geburtsnamen Anton Hellinger), studierte Philosophie, katholische Theologie und Pädagogik, erhielt selbst die Priesterweihe und wurde Leiter einer katholischen Missionsschule in Südafrika. Er absolvierte eine Weiterbildung zum psychologischen Psychotherapeuten, die aber von Seiten der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung nicht anerkannt wurde.
Vorwürfe, die man Hellinger macht:
Bert Hellinger ist in Fachkreisen (und scheinbar selbst unter seinen Anhängern) wegen seiner Art, in der er Familienaufstellungen vornimmt, mittlerweile sehr umstritten. Viele Familientherapeuten und so auch die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie und Familientherapie distanzieren sich von ihm. Sie bezeichnen seine Methoden als ethisch nicht vertretbar und gefährlich für die Betroffenen. Die Vorwürfe sind zahlreich:
Herr Christian Assel, Familienaufsteller aus Hannover, war so freundlich, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, seine Kommentare haben wir hier andersfarbig aufgeführt:
Er verstoße gegen einfachste Regeln der Psychotherapie. Assel: „Jedoch ist eine Familienaufstellung keine Psychotherapie, sondern eine Selbsterfahrung für den Teilnehmer. Diese Selbsterfahrung ist geeignet, um Antworten auf einer tiefen Ebene zu finden. Diese Antworten allein können dem Teilnehmer schon helfen, ohne langwierige Psychotherapie.“
Es gebe keine Anamnese der persönlichen Krankheits- und Lebensgeschichte, Vorgespräche und Vorabinformationen würden weitestgehend gemieden, was ihm den Vorwurf einbringt, bestehende Traumata zu ignorieren. Assel: „Da es sich jedoch nicht um eine Psychotherapie handelt, sondern um eine Selbsterfahrung, ist keine Anamnese nötig. Die Familienaufstellung hat einen anderen Ansatz. Bei diesem Ansatz wird direkt auf die Ursachen geschaut und weniger auf die Symptome. Aus diesem Grund kann sie wirkungsvoll sein.“
Er lasse seine Klienten im Anschluss an eine Sitzung mit seinen Eindrücken und Erkenntnissen allein. Die Wahrheit (sofern es überhaupt die Wahrheit sei) mache unter Umständen nicht frei, sondern könne den Betroffenen in eine schwere Krise stürzen. Assel: „Wer jedoch nach einer Familienaufstellung nicht allein gelassen werden möchte, der möge sich einen begleitenden Therapeuten suchen. Dieser kann an dem Prozess der Familienaufstellung als Beobachter persönlich teilhaben und so den Klienten ggf. „auffangen“. Auch ein guter Vertrauter kann das leisten. Die Familienaufstellung ist keine Therapie, sondern eine Selbsterfahrung. Deshalb wird auch kein Verhältnis Klient-Therapeut hergestellt. In jedem Falle bleibt der Leiter der Familienaufstellung für den Teilnehmer erreichbar, und er kann auch noch im Nachhinein ohne Weiteres, meist sogar kostenlos, kontaktiert werden.“
Kritisiert wird sein autoritärer Stil, seine persönlich demütigenden Interventionen (entlastend oder strafend, gutheißend oder verdammend) und Unterwerfungsrituale. Er beschäme und verurteile moralisch die Teilnehmer und entscheide, was Gut und was Böse ist (Allmachtsfantasien). Assel: „Jedoch ist dieser Kritikpunkt leider purer Unsinn. Er zeigt, welcher Unfug immer noch gedruckt wird. Wer die Familienaufstellung kennt weiß, dass seriös gearbeitet wird und nichts von dem oben stehenden in der alltäglichen Praxis eine Rolle spielt. Viel Kritik, die man heutzutage liest, auch in anderen Bereichen, ist leider kaum recherchierbar, sondern entspringt der Zeitknappheit, Überlastung und Profitorientierung der Journalisten, Zeitschriften und Redaktionen.“
Er als „Therapeut“ entscheide, was wichtige Ereignisse im Leben des Aufstellers sind, und versuche, seine ganz subjektive eigene Ordnung in die Familie des Klienten zu bringen. Assel: „Das kann nur jemand behaupten, der nicht weiß, worum es in dem Aufstellungsprozess geht. Ziel ist es ja gerade, NICHT subjektiv zu schauen, sondern die Strukturen der Aufstellung selbst zu verstehen, um mögliche Antworten zu bekommen. Was „wichtige Ereignisse“ im Leben eines Teilnehmers sind, zeigt einzig und allein der Aufstellungsprozess und nicht der Leiter. Diese Tatsache wird nicht vom Leiter entschieden, sondern ist und bleibt, auch für den Teilnehmer und alle Anwesenden, nachvollziehbar.“
Auf seinen Massenveranstaltungen kehre er das Innerste des Klienten nach außen und befriedige damit niedere voyeuristische Bedürfnisse der sensationslüsternen Zuschauer. Assel: „Das ist purer Unfug! Könnten Sie wirklich glauben, dass Familienaufstellung, die schon vielen Menschen geholfen hat, dazu da wäre, „niedere voyeuristische Bedürfnisse der sensationslüsternen Zuschauer“ zu befriedigen? So ein Quatsch! Es trifft auch nicht zu, dass das Innerste der Klienten nach außen gekehrt wird – im Gegenteil: Der persönliche Raum des Teilnehmers wird besonders gewahrt, da nicht viel Information abgefragt wird, sondern mehr mit dem Prozess der Stellvertreter gearbeitet wird. Es ist sogar möglich, die Aufstellung „verdeckt“ zu machen, damit so das persönliche „Thema“ für die anderen Anwesenden nicht öffentlich wird, um die Intimsphäre voll zu wahren.“
Nicht nur eine Aufstellung, auch der Abbruch einer solchen - bei Unruhe beispielsweise-, könne den Betroffenen in eine Krise stürzen. Assel: „Da jedoch seriös, in einem geschützten Rahmen, gearbeitet wird, muss ein Prozess in der Regel nicht abgebrochen werden und kann auch zu keiner Störung führen.“
Er biete den Klienten eine zu leichte – oder besser: schnelle - Lösung für seine schwerwiegenden Probleme. Zu verlockend sei für die Klienten die Option, stundenlange Therapien mit dem Psychoanalytiker mit einer sofort einleuchtenden Veranschaulichung zu umgehen. Assel: „Und in der Tat ist die Lösung bzw. die Erkenntnis manchmal erstaunlich leicht und ohne stunden-, ja sogar jahrelanger Therapie erreichbar. Doch auch, wenn die Lösung leicht ist und einfach zu verstehen, so geht es nie anders, als dass sich die Erkenntnis im Alltag selbst einen Raum suchen muss, und das braucht Zeit. Es bleibt, trotz einfacher Lösung bzw. zügig gefundener Erkenntnisse, also noch schwer genug. Schnelle Lösungen oder „Abkürzungen“ in einem persönlichen Entwicklungsprozess kann es auch hier nicht geben.“
Die von ihm geforderte rituelle Versöhnung mit dem Erzeuger oder dem Täter gilt als sehr umstritten, vor allem wenn es um so schwerwiegende Probleme wie Inzest oder um Vergewaltigungsopfer und –täter geht. Assel: „Man kann immer wied3er sehen, wie wichtig und weitreichend diese Versöhnung, dieses „Hinschauen“ für den Teilnehmer ist. Ohne Versöhnung bleibt die Tür zu weiterem inneren Wachstum oft zu. Auch in der Psychotherapie.“
Seine „Therapeuten“ kommen aus allen Berufsgruppen ohne qualifizierte psychotherapeutische Ausbildung Assel: „Da die Selbsterfahrung in der Familienaufstellung keine psychotherapeutische Maßnahme ist, ist dieser Vorwurf gegenstandslos. Es gibt schon seit Jahren strenge Standards in der Ausbildung des Familienstellens, und der Dachverband, die DGfS (Deutsche Gesellschaft für Systemaufstellungen), achtet streng auf Vorkenntnisse, Weiterbildung und Praxis der Kursleiter. Die Richtlinien können Sie einsehen unter http://www.familienaufstellung.org/files/wb_richtlinien-dgfs_10_2009.pdf.“
Erfolgskontrollen lehne er prinzipiell ab. Assel: „Das ist richtig, denn die wichtigste Erfolgkontrolle findet direkt am Ende eines Aufstellungsprozesses statt“.
Virginia Satir (1916 – 1988)
Wer von Hellinger spricht, kommt an Satir nicht vorbei. Denn Satirs „Familienskulpturen“ waren Grundlage der systemischen Familienaufstellung.
Die Idee, innere Prozesse durch Rollenspiele nach außen zu verlagern, indem man einmal andere Menschen in die Rolle der Familienmitglieder schlüpfen lässt, stammt von Virginia Satir, der „Mutter der Familientherapie“ (Familienrekonstruktion, 1964 – 1970). Satir in ihren Rollenspielen bereits 3 Generationen zurück, um für den Konflikt bedeutsame Personen aufzuspüren.
Satirs Form des Familienstellens wurde eindeutig der Systemischen Psychotherapie zugeordnet. Es sollte (in behutsamem Umgang mit dem Klienten) dazu dienen, Störungen im Familiensystem zu ergründen (und womöglich zu ändern) aber auch unvollkommen erlebte Eigenschaften oder Persönlichkeitsanteile und Verhaltensmuster. Derlei Familienskulpturen wurden in kleinen Gruppen aufgestellt.
Systemaufstellungen
Sogenannte Systemaufstellungen gehen unter anderem auf Familienaufstellungen zurück. Sie können neben Familienaufstellungen (Herkunfts- oder Gegenwartssystem) aber auch Organisationsaufstellungen (Unternehmen oder Organisationen), Teamaufstellungen (auch mit dem Originalteam, wobei jeder für sich selbst steht), Strukturaufstellungen (Vertreter stehen für abstrakte Begriffe wie „das Ziel“, „das Hindernis“) oder experimentelle Aufstellungen sein.
Verdeckte Aufstellungen
Bei sogenannten „verdeckten“ Aufstellungen erfahren die Vertreter vor oder während der Durchführung nicht, für welche Personen sie als Vertreter gewählt wurden.
Fazit
Ist sie daher die Gute, er der Böse? So kann man das (vor allem wir Normalsterblichen) nicht sagen. Hellingers Methode scheint vielen Menschen geholfen zu haben – und er hat eben diese Form des „Sichtbarmachens“ der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht durch seine öffentlichen Veranstaltungen. Dass uns Konflikte innerhalb der Familie krank machen können, das ist sicherlich nicht erst bekannt, seit die Psychosomatik begründet wurde.
Ob nun Familienaufstellungen nach Hellinger oder nach Satir oder nach niemandem. Es scheint einmal einen Versuch wert, eine mögliche „Inspirationsquelle“. Aber Experten weisen auf Folgendes hin:
Suchen Sie sich einen engagierten und behutsamen Aufstellungsleiter, meiden Sie große Veranstaltungen mit 1000den von unbeteiligten sensationslüsternden Zuschauern. Klären Sie vorweg mit dem Aufstellungsleiter, wo Konflikte oder gar Traumata vorliegen. Sorgen Sie dafür, dass eine Nach- bzw. Aufbereitung der innerhalb einer Familienaufstellung gewonnenen Erkenntnisse stattfinden kann. Schauen Sie sich die Familienaufstellung des jeweiligen Seminarleiters einmal an, in dem sie sich als Stellvertreter anbieten. Stellen Sie sicher, dass keine autoritären und aburteilenden Interventionen Ihr Seelenheil noch im Nachhinein schädigen können. Der Beginn einer Psychotherapie kann Wunder bewirken, sie sollte aber nicht durch die systemische Familienaufstellung zwingend notwendig geworden sein, sondern indem Sie erkennen, dass Sie Hilfe benötigen, auch über die Dauer einer Familienaufstellung (20 – 30 Minuten) hinweg.
Die Idee, die familientherapeutische Arbeit mit sogenannten „Familienskulpturen“ wie sie von Virginia Satir begründet wurde, zu verbreiten und so mehr Menschen zugängig zu machen, halten wir für durchaus gut. Wir distanzieren uns aber ausdrücklich von der Art und Weise, in der dies von Menschen wie Hellinger durchgeführt wird. Viele seiner (auch abgedruckten) Äußerungen sind missverständlich und – wie wir meinen – einfach schwer generalisierbar.
Aber sehen wir es doch einmal von einer anderen Warte aus: Wer hat schon die zweifelhafte Ehre, von Hellinger persönlich betreut zu werden? Es gibt andere, jüngere und vielleicht weniger dominante Seminarleiter von systemischen Familienaufstellungen. Nur, weil Seminarleiter mit dem Namen Hellinger werben und ihn zitieren, muss das nicht heißen, dass sie mit seinen Methoden 100 %ig konform gehen.
Auf jeden Fall im Hinterkopf behalten sollte man, dass selbst erfahrene Systemaufsteller immer wieder darauf hinweisen, dass die Aussagen einer Aufstellung als Wahrscheinlichkeiten anzusehen sind. Konkrete Aussagen sind also nicht als absolut wahr oder sicher für das reale System anzusehen.
Über Christian Assel
Christian Assel, dessen Seminarangebot wir auf unserer Website veröffentlichen und der in diesem Artikel Stellung zu Hellinger nimmt, wurde 1967 geboren, ist examinierter Philosoph und kommt aus Hannover. Seit 1998 beschäftigt er sich intensiv mit systemischen Aufstellungen, stellte sich jahrelang bei Aufstellungen seines Vaters und dessen zweiter Frau als Stellvertreter zur Verfügung. Er durchlief eine Ausbildung zur systemischen Aufstellung bei Gerhard Walper in Bad Homburg und belegte viele Kurse und Weiterbildungen in In- und Ausland. Assel bietet derzeit Kurse in Familienstellen in Berlin, Hannover und in Kalifornien (USA) an. Auch Einzel- oder Telefonaufstellungen sind bei ihm möglich. Mehr zu Assel:auf seiner Website http://www.familienaufstellungassel.de.
Quellen und andere interessante Links zum Thema Rheuma:
http://de.wikipedia.org/wiki/Systemaufstellung
http://de.wikipedia.org/wiki/Familienaufstellung
http://de.wikipedia.org/wiki/Bert_Hellinger
http://de.wikipedia.org/wiki/Virginia_Satir
http://www.familienaufstellungassel.de
http://www.wiwl.de/infos/Offener%20Brief%20von%20Arist%20von%20Schlippe%20an%20Hellinger.pdf Offener Brief Arist von Schlippe
http://www.zeit.de/2003/35/Hellinger-Haupttext
http://www.familiensysteme.de/familienaufstellung/0496849aa7082b101/index.html
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