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Indische Heilkunst - Ayurveda PDF Drucken E-Mail

ayur6Ayurveda ist eine Kombination aus empirischer Naturlehre und Philosophie, die sich auf die für menschliche Gesundheit notwendigen physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Aspekte konzentriert, die wichtig für die Gesundheit bzw. Krankheit sind.
Das Ziel der ayurvedischen Heilkunst ist die Vermeidung von ernsthaften Erkrankungen, indem man versucht, den Auslöser der Erkrankung zu verstehen und ungesunde Angewohnheiten abstellt.

Dazu gibt es eine Reihe von Behandlungen, die vor allem dem Körper dabei helfen sollen, „sich selbst zu helfen“.

Der Ayurveda Therapeut erklärt, dass die Ansammlung von Gift- und Schlackstoffen, Ama genannt, die Ursache vieler Krankheiten ist.

Die Ausleitung von Gift- und Schlackstoffen ist daher das zentrale Anliegen der klassischen Ayurveda-Kuren. Die im Westen wohl bekannteste Form ist die "Panchakarma"- Kur und bedeutet übersetzt "fünf Handlungen".

Durch Pancha Karma wird das gesamte System verjüngt, der Körper gewinnt an Jugendlichkeit und Kraft und der Geist an Offenheit und Ruhe. Durch die Kombination von Ölmassagen, Ganzkörper-Dampfbädern und Reinigung der Haut durch Schälkuren mit Mehl wird die Schönheit der Haut gesteigert und der Tonus und die Geschmeidigkeit verbessert. Obwohl die spezifischen Reinigungstherapien und Verjüngungstonika eine innere Wirkung entfalten, stärken sie die Eckpfeiler der äußeren Schönheit und fördern die Charakterstärke.

Nach Ausscheidung dieser Toxine werden die betroffenen Gewebe besonders genährt. Als Heilverfahren betrachtet, erhöht die gründliche Reinigung des Körpers die Empfänglichkeit für eine Behandlung mit Medikamenten und Aufbaumitteln und steigert die Fähigkeit des Körpers, die zugeführte Nahrung zu verwerten. Auf diese Weise werden nicht nur die Ursachen und Symptome einer Krankheit beseitigt, sondern der ganze Organismus nachhaltig gekräftigt, was die beste Vorbeugungsmaßnahme gegen künftige Erkrankungen darstellt.

Zum Verständnis der Wirkweise der Anwendungen im Pancha Karma ist es wichtig zu wissen, wie sich der Ayurveda die Entstehung von Krankheiten erklärt. Die ayurvedische Lehre beschreibt dabei sechs Stufen, auf die ich hier eingehen möchte:

  • Im ersten Stadium der Krankheitsentstehung kommt es zur Ansammlung der Doshas ( frei zu übersetzen mit Fehler). Dabei führt ein dauerhafter Reiz zu einer Vermehrung eines oder mehrerer Doshas in einem bestimmten Körperbereich, in welchem dadurch die Aktivität des betreffenden Doshas ansteigt. Vata ist beispielsweise unter anderem für die Eindickung, den Weitertransport und die Ausscheidung des Stuhls verantwortlich. Sammelt sich Vata im Dickdarm an, kann dies zu trockenem und unregelmäßigem Stuhlgang führen.
  • In der zweiten Stufe kommt es dann zur Anregung des Doshas. Denn halten die krankmachenden Reize weiter an, kommt das Dosha nicht wieder ins Gleichgewicht und nimmt krankhafte Formen an. Im eben genannten Beispiel kann Vata dann im gestörten Zustand Verstopfung, Blähungen oder Darmkrämpfe zur Folge haben.
  • Der dritte Schritt auf dem Weg zur Krankheit ist die Ausbreitung des gestörten Doshas. Wird es weiterhin gereizt, verlässt es den Ort, wo es normalerweise lokalisiert ist, und beginnt im Körper zu zirkulieren. So beginnt sich die anfänglich lokale Störung auszubreiten. In unserem Fall würde also Vata den Dickdarm verlassen, sich im Körper verteilen und Beschwerden wie Nervosität, Überempfindlichkeit oder Kreislaufstörungen auslösen.
  • Im vierten Stadium lagert sich das zirkulierende Dosha in den verschiedenen Körpergeweben ab, und eine zunächst funktionelle Störung geht in eine organische Krankheit über. In Abhängigkeit des Organs, in dem sich das Dosha abgelagert hat, treten Vorzeichen einer akuten Erkrankung auf. Bleiben wir bei unserem Beispiel, kann sich Vata etwa im Magen, in den Atemwegen oder den Gelenken ablagern. Infolgedessen sind die Gelenke weniger belastbar und Schmerzen bei Kälte, die Atemwege sind zugempfindlich, und der Magen ist gereizt.
  • Im fünften Schritt kommt es dann zum Ausbruch der Krankheit. Hat sich das Dosha mit den Geweben oder Organen verbunden, genügt oft schon ein geringer krankmachender Außenreiz, um Erkrankungen akut in Erscheinung treten zu lassen. In unserem Beispiel ließen sich eine akute Erkältung oder Magenschleimhautentzündung, Asthma oder Gelenkrheuma auf das gestörte Vata zurückführen.
  • Phase sechs sind die Krankheitsfolgen. Entweder heilt die Krankheit aus, oder sie führt zu chronischen Beschwerden. Da die Organe nach einer akuten Erkrankung meist noch über einen längeren Zeitraum hinweg geschwächt sind, verordnet der ayurvedische Arzt spezielle Präparate, beispielsweise Rasayanas , um ihre Widerstandskraft zu verbessern. Werden die Symptome einer Krankheit hingegen lediglich unterdrückt, kann sich der Körper nicht auf natürliche Weise der eigentlichen Ursachen entledigen. Als Folge kann die Erkrankung chronisch werden, da das oder die Doshas weiterhin das betreffende Gewebe schädigen.

Im Anschluss an eine umfangreiche ayurvedische Untersuchung - die persönliche Therapie.
Im ersten Schritt werden Gifte gebunden.

  • Zunächst bekommt der Organismus innerlich oder äußerlich Heilöle angeboten, die besonders leicht in die Zellen gelangen können und die Eigenschaft haben, sich dort mit fettlösliche Toxinen zu verbinden.
    Innerlich nimmt man beispielsweise das Butterreinfett Ghee (sprich: Gie) oder andere Fette oder Substanzen ein, die gezielt über die Darmschleimhaut in die Körperzellen gelangen. Äußerlich geschieht Vergleichbares über die Haut durch Ganzkörper-Ölbehandlungen oder -güsse oder auch durch Teilbehandlungen mit Heilkräuterölen. Ausgewählte Substanzen lösen dabei fettlösliche Stoffwechsel-Abbauprodukte und umweltbedingte Toxine sanft und wirkungsvoll aus den Körperzellen und Geweben.
    Für die Massagen werden für den einzelnen Patienten individuell zusammengestellte Kräuteressenzen und kostbare Zutaten verwendet, die in der hauseigenen Ölküche mit wertvollen Ölen aufbereitet werden. Die einmassierten Öle dringen tief in die Haut ein und entgiften und kräftigen die darunter liegenden Gewebe.

In zweiten Schritt werden die Gifte mobilisiert und zur Ausscheidung vorbereitet.

  • Nun wird dafür gesorgt, dass die vorher gelösten körpereigenen Gifte und Schadstoffe auch tatsächlich aus den Geweben ausgeschwemmt werden. Verschiedene Wärmeanwendungen wie Kräuterdampfbäder, heiße Kompressen oder Abreibungen steigern die Stoffwechselaktivität und erweitern auch die feinsten Blut- und Lymphgefäße sowie die Zwischenzellspalten (Srotas). So können die Schadstoffe die Zellen verlassen und über die natürlichen Stoffwechselwege in das Innere des Darmtrakts zurückgeschleust werden.

Im dritten Schritt werden die Stoffwechselgifte ausgeschieden.

  • Anschließend muss sichergestellt werden, dass durch die Anwendungen bereits gelöste Toxine den Körper auch wirklich verlassen: Sanft abführende und wohltuende Einläufe (Bastis) reinigen den Darm. Hier kennt der Ayurveda zwei große Gruppen verschiedener Bastis: die nährenden und beruhigenden Einläufe mit verschiedenen Kräuterölen sowie Einläufe auf Wasserbasis, die je nach vom Arzt gewünschter Wirkung verschiedene Öle und Fette und Heilkräuter sowie weitere heilende und ausgleichende Substanzen enthalten. Die Schlackenstoffe werden mit ihrer Hilfe wirkungsvoll aus dem Organismus ausgeleitet. Entsprechend leiten beim Vamana spezielle Kräutergetränke das Erbrechen ein, spezielle Nasentropfen regen beim Nasya, der ayurvedischen Kopfbehandlung, die Nasenschleimhaut zur Ausscheidung an oder beim Rakta Mokshana wird der Aderlass genauso erst nach den ölenden und wärmenden Vorbehandlungen von Schritt 1 und 2 durchgeführt

Eine wissenschaftliche Studie ergab, dass eine 12-tägige Panchakarma-Sequenz mit einer Vorbehandlung mit Ghee und Virechana (Abführen, s.o.) Ölmassagen, Ölgüssen, Dampfbädern und Wärmepackungen sowie insgesamt fünf verschiedenen Bastis (Einläufen), die Belastung des Bluts mit 16 verschiedenen Umwelttoxinen um durchschnittlich 50% reduzierte.

Zum Vergleich: Für die gleiche Entgiftung ohne die Unterstützung von Panchakarma braucht der menschliche Organismus normalerweise ca. 25 Jahre. Da Nervenleiden, Krebs sowie viele andere Erkrankungen bekanntermaßen durch Umweltgifte hervorgerufen oder verschlimmert werden, ist diese hochsignifikante Entlastung des Körpers ein Riesenschritt in Richtung auf einen gesünderen Körper und Geist.

Direkt zur Ayurvedakur!

Autor: Rheumazentrale

 
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Datum: 05.02.2012

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