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Glück kommt nicht zufällig. Natürlich ist es auch von äußerlichen Faktoren abhängig, der Herkunft zum Beispiel, den gegebenen Möglichkeiten und auch von der Zeit. Glück fällt Dir zu durch Einsicht in mehrfachem Sinne... Glück kommt nicht zufällig. Natürlich ist es auch von äußerlichen Faktoren abhängig, der Herkunft zum Beispiel, den gegebenen Möglichkeiten und auch von der Zeit. Glück fällt Dir zu durch Einsicht in mehrfachem Sinne...
Zum einen die Einsicht in die Tatsachen, z.B. Zusammenhänge und Verstrickungen aus der eigenen Familie oder Herkunft. Zum anderen durch Einsicht von dem was unter der gegebenen Konstellation richtig und möglich ist. Zum dritten durch Einsicht in die eigene Liebe, die fließt, obwohl sie manchmal aufbaut und manchmal zerstört. Zum vierten durch Einsicht in das Wesen und die Natur des Menschen, welche oft der gängigen Meinung und der Wissenschaft widerspricht. Wir kommen dem Wesentlichen näher wenn wir das Wesen entdecken und nicht folgern, und zugeben müssen, dass der Mensch Fähigkeiten besitzt, die bislang noch unerhört - und - unerhört unbekannt sind.
Glück ist kein Zufall. Aber wenn wir ihm ein Stück des Wegs entgegengehen, so wird uns manchmal etwas geschenkt. Glück ist manchmal auch eine Leistung. Es verlangt etwas von uns. Das Unglück kommt von allein, man braucht nichts dafür zu tun. Etwas dieser Einsicht biete ich Ihnen in meinen Kursen, Ausbildungen und Einzelsitzungen an, damit das Glück gelingen kann.
Mein Name ist Christian Assel. Ich bin examinierter Philosoph aus Hannover und beschäftige mich seit 1998 intensiv mit systemischen Aufstellungen. Neben Familienaufstellungen bietet ich Einzelaufstellungen, Telefonaufstellungen und „Walking-in-your-shoes“-Seminare an. Hier ein kurzer Überblick über meine Seminare und deren Ablauf: Bei Interesse an einem meiner Seminarangebote melden Sie sich bei mir:
Praxis
Christian Assel
Limmerstraße 52
D-30451 Hannover
Telefon: 0511 – 2110513
Fax: 0511 – 59028840
Mobil: 0151 - 14465014
Email::
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Web: www.FamilienaufstellungAssel.de
Familienaufstellung in der Praxis
Die Seminare dauern einen Tag und finden in meinen Praxisräumen in Hannover, Berlin oder San Francisco statt (siehe Homepage).
Am Anfang einer Familienaufstellung steht ein Interview mit dem Teilnehmer, die eine Familienaufstellung machen will.. Darin frage ich nach dem Anliegen und nach wichtigen Ereignissen und Fakten, die für Personen aus dem Familiensystem einschneidend oder schicksalhaft waren. Dazu gehört zum Beispiel der frühe Tod eines Menschen (auch eine Abtreibung kann dazugehören), Schuld, Suizid, frühere Partner oder vergessene Personen. Auch Kriegsgeschehen spielen oft eine Rolle. Dann bestimme ich die Stellvertreter-Rollen und bitte den Teilnehmer, diese bestimmten Personen oder Elemente als Stellvertreter aufzustellen. Dafür wählt er aus dem Teilnehmerkreis Personen aus, die bereit sind, eine dieser bestimmten Rollen zu übernehmen.
Dann bitte ich den Teilnehmer, die Stellvertreter intuitiv im Raum aufzustellen. Ganz nach Gefühl stellt der Teilnehmer die Stellvertreter nacheinander so auf, dass es sich für ihn richtig anfühlt. Wichtig ist in diesem Prozess, nicht darüber nachzudenken, wie die Stellvertreter stehen sollen, und keinen Plan zu verfolgen. Nur Intuition zählt hier. Für die Stellvertreter ist es wichtig, dass sie sich für das Kommende bereit machen und sich für ihre zugewiesene Rolle in den Dienst nehmen lassen. Sie sollen alles andere vergessen und in ihre "leere Mitte" gehen. Dann können sie die Informationen, an der Stelle wo sie stehen, auch spüren. Übrigens, falls sich ein Stellvertreter als nicht wichtig für die Lösung erweist, kann er aus der Aufstellung jederzeit auch wieder entlassen werden.
Das Interessante ist nun, sobald die Stellvertreter eine Rolle und einen Platz bekommen haben, können sie, nach etwas Eingewöhnungszeit, Dinge wahrnehmen, die mit der reellen Person merkwürdigerweise sehr viel zu tun haben. Ungeachtet dessen, ob die wirkliche Person noch lebt, oder schon verstorben ist, kann der Stellvertreter mitunter detaillierte Angaben darüber machen, wie es der Person geht und wie ihre Beziehung zu anderen Stellvertretern in der Aufstellung ist. Daraus erhalte ich wichtige Hinweise, was zu tun ist, und in welche Richtung ich in der Aufstellung gehen muss. Dann entwickelt sich die Aufstellung Schritt für Schritt.
Manchmal bitte ich bestimmte Stellvertreter ein Wort oder einen Satz zu einem anderen Stellvertreter zu sagen. Das hat den Sinn, dass ich dadurch zusätzliche Informationen bekommen kann, wenn ich auf die Wirkung solcher Sätze schaue. Hat der Satz keine Gültigkeit in der Aufstellung, hat er auch keine Wirkung. Ist es jedoch ein wichtiger Satz, hat er nicht nur eine erkennbare Wirkung, sondern er kann die Aufstellung auch entscheidend voran bringen. Diese Sätze ergeben sich aus dem "Fluss" der Aufstellung. Sie sind keine Manipulation, sondern überprüfen nur gewisse Beziehungen. Ein Satz, der nicht stimmig ist, wird von den Stellvertretern nicht angenommen.
Einzelaufstellung in der Praxis
Sie möchten lieber eine Familienaufstellung als Einzelarbeit am Termin Ihrer Wahl buchen? Diese erfreut sich wachsender Beliebtheit.
In einer Einzelaufstellung werden Sie Ihre Selbsterfahrung in einer persönlichen Atmosphäre machen. Wir gehen dabei ganz ähnlich vor, wie in einem Gruppenseminar. Die Aufstellung jedoch, machen Sie und ich. Es ist eine vollständige Familienaufstellung, welche alles Wesentliche enthält. Wie es geht:
Wir machen einen Termin aus, für den Sie ca. 3 Stunden Zeit benötigen. Direkt vor der Aufstellung sprechen wir über das Anliegen und ich frage nach äußeren, einschneidenden Ereignissen in der Gegenwarts- und Herkunftsfamilie.
Hierbei geht es nicht nur um frühere Partner und Beziehungen, sondern auch um Eltern und Großeltern, Tanten, Onkel, usw. Dazu kann es nötig sein, behutsam nachzufragen, z.B. nach Kriegs- oder Krisenzeiten, früher Tod eines Familienmitgliedes, frühere Beziehungen (eigene, der Eltern oder Großeltern), Adoption, Schuld, Trennung, Unfälle, Täter, Opfer, Retter, Abtreibung, Tot- oder Fehlgeburten, fehlende oder verschwundene Personen, Sucht, Krankheiten, Suizid, Verbrechen, usw. Wichtig sind auch alle, die schicksalhaft für die Familie waren, sei es die Herkunfts- oder die Gegenwartsfamilie.
Es kann sinnvoll sein, noch Informationen einzuholen, falls dies möglich ist.
Danach machen wir die Aufstellung mit Figuren, und das heißt, sie stellen diese nacheinander als bestimmte Personen oder Elemente in einem festgelegten Bereich auf. Ich spüre die Rollen der Figuren auf den Positionen; genau das gleiche, als ob ich selbst ein Stellvertreter im Raum wäre, - als ob ich diese Person selbst wäre. Danach gehe ich nacheinander zu den verschiedenen Positionen. Daraus entwickelt sich die Aufstellung Schritt für Schritt, wie in einem Gruppenkurs, hin zu einer möglichen Lösung.
Es ist eine vollständige Aufstellung, in der nichts fehlt und die alles enthält, was auch die Gruppenarbeit enthält. Die Einzelaufstellung erfolgt nach Terminabsprache in meiner Praxis in Hannover oder – auf Anfrage– gern auch in einer anderen Stadt. Investition: € 210, in meiner Praxis in Hannover. Bitte sprechen Sie Ihren Wunschtermin mit mir ab.
Telefonaufstellung
Sie können in keinem meiner Gruppenseminare oder Einzelsitzungen teilnehmen? Zu weit weg - oder keine Zeit zu reisen? Ich biete Ihnen die Möglichkeit an, Ihre Selbsterfahrung in einer Familienaufstellung in körperlicher Abwesenheit zu machen. Gleichzeitig mit Ihnen, aber an verschiedenen Orten mache ich für Sie eine Aufstellung über das Telefon. Es ist eine vollständige Aufstellung, die alles enthält was nötig und wichtig ist. Interessiert? Dann rufen Sie mich an!
Mit dem Telefon
Wir machen einen Termin aus. An diesem Termin rufe ich Sie auf einer Festnetznummer an (bitte kein Handy). Insgesamt benötigen wir maximal 3 Stunden. In diesem Zeitraum sind wir telefonisch verbunden (Batterien aufladen nicht vergessen wenn Sie "schnurlos" sind).
Der Ablauf der Telefonaufstellung ist identisch mit der Einzelaufstellung in meiner Praxis. Wir sprechen telefonisch über das Anliegen und ich erfrage einschneidende Ereignisse in Ihrer Familie.
Im Anschluss machen wir die Aufstellung mit Figuren, und das heißt, wir stellen diese nacheinander als bestimmte Personen oder Elemente in einem festgelegten Bereich auf. Ich spüre die Rollen der Figuren auf den Positionen; genau das gleiche, als ob ich selbst ein Stellvertreter im Raum wäre, - als ob ich diese Person selbst wäre. Danach gehe ich nacheinander zu den verschiedenen Positionen. Daraus entwickelt sich die Aufstellung Schritt für Schritt, wie in einem Gruppenkurs, hin zu einer möglichen Lösung.
In dem gesamten Prozess sollten Sie bequem sitzen, ohne Ablenkung und ungestört sein. Bitte nicht rauchen oder essen. Es ist eine vollständige Aufstellung, in der nichts fehlt und die alles enthält, was auch die Gruppenarbeit enthält.
Die Einzelaufstellung über Skype funktioniert auch, jedoch sind die immer wieder auftretenden technischen Schwierigkeiten hierbei oft störend. Ich empfehle daher das gute alte Telefon. Damit funktioniert der Kontakt besser, weil es weniger störende Einflüsse gibt, und keine komplizierten Konfigurationen nötig sind. Investition: € 210, in meiner Praxis in Hannover. Bitte sprechen Sie Ihren Wunschtermin mit mir ab.
Walking-in-your-shoes Seminar
Es beginnt damit, dass die Rolle des "Gehers" bestimmt wird. Die Auswahl ist nicht immer gleich klar und eindeutig, deshalb besprechen wir manchmal die Situation und das Anliegen ein wenig, und ich gebe Hilfestellung, welche Rolle am besten geeignet ist. Dann wird jemand aus dem Teilnehmerkreis ausgewählt, der "Gehen" soll. Der "Geher" macht sich dann bereit, indem er alles um ihn herum vergisst. Er lässt sich für den nun anschließenden Prozess in den Dienst nehmen und lässt sich ein, auf was auch immer jetzt gleich kommen mag, ohne Bewertung und ohne Interpretation. Der Geher wiederholt und benennt noch einmal die eigene Rolle laut, so dass es alle hören können. "Ich bin jetzt [Name der Rolle]".
Dann beginnt der Walk mit dem ersten Schritt; der Geher fängt an zu gehen, und das heißt, sich im Raum zu bewegen. Alles Weitere zeigt und ergibt sich aus dem, was der Gehende dann äußerlich und innerlich wahrnimmt. Es gibt keine Vorgaben, und alles kann passieren. (Viel mehr dazu in den Beispielen) Das Vorgehen ist deshalb so interessant, weil das, was sich in dem Walk zeigt, sehr viel mit der wirklichen Person, mit dem wirklichen Tier, oder dem wirklichen Element zu tun hat. Wir wissen nicht warum das so ist, aber es ist immer wieder erstaunlich, wie präzise die hervortretenden Informationen oft der Wirklichkeit entsprechen, und wie manche geradezu verblüfft sind, wie genau eine bestimmte Person oder ein Tier sich in der Stellvertretung zeigt.
Der Walk beginnt mit dem ersten Schritt. Wenn der Gehende sich zunächst noch orientieren und in der Rolle zurechtfinden muss, ist es sinnvoll, wenn er einfach anfängt, sich im Raum zu bewegen, also einfach im Raum herum "geht". Jede andere Bewegung kann aber auch möglich sein, und es ist gut, hier keine Vorgaben zu machen. Manche Rollen haben sich dadurch ausgezeichnet, dass nicht einmal der erste Schritt gegangen werden konnte. Manchmal ist der Walk bestimmt von Stagnation oder Schwere, dann ist dieses ein wichtiger Hinweis, und es wäre sinnlos, ein Gehen zu erzwingen.
Nach den ersten Schritten, kann ich darauf schauen, in welcher Art der Gehende geht, bzw. was auffällig oder charakteristisch ist. Macht er große Schritte oder kleine, geht er schnell oder langsam, gibt es einen Rhythmus oder ein Muster, geht er energisch oder schwach, wo schaut er hin. Wie nehme ich, und wie nimmt der Gehende den Walk wahr. Was ereignet sich vor meinen Augen. Ich versuche zu verstehen, was genau passiert. Was passiert WIRKLICH?
Durch das Gehen kommt der Körper in Bewegung, vielleicht in einen Takt, und es wird Energie frei. Durch die Bewegung der Energie werden auch Bilder, Emotionen und Eindrücke freigesetzt, die mit der Rolle sehr viel zu tun haben. Die wollen wir finden; die wollen wir herausarbeiten.
Während der Gehende in der Rolle bleibt und weiterhin "geht", frage ich ihn, was er wahrnimmt, ob er Bilder oder Empfindungen hat und was gerade das Besondere an diesem Prozess ist. Ich versuche mir ein Bild von dem Geschehen zu machen. Durch mein Beobachten und Fragen, mache ich mich daran, die wichtigen Details herauszuarbeiten, um sie für den Teilnehmer und die Teilnehmergruppe verständlich zu machen.
Es ist dabei sehr wichtig zu beachten, bei der Wahrnehmung nicht zu interpretieren, sondern eng am Geschehen zu bleiben. Ich gehe nicht in meine Phantasie, sondern bleibe mit meinen Gedanken und Bildern nah am Wahrnehmbaren.
Obwohl derjenige, der in dem Walk "geht", keinerlei (ihm bekannte) Informationen über seine Rolle hat, kommt er in der Rolle dieser Person, dem Tier oder dem Element innerlich erstaunlich nahe. Manche Teilnehmer haben mich gefragt, wie das denn möglich sei, dass jemand fremdes, die Rolle eines anderen Menschen, Tiers oder Elements so präzise wahrnehmen kann. Ich muss sagen: "Ich weiß es nicht." Ich kann es nicht erklären.
Ich weiß nicht, ob es erklärbar ist; ich will es auch nicht versuchen. Für mich reicht folgendes Bild völlig aus: Jeder Teilnehmer bringt "seine" Informationen auf eine Weise mit, die unserem Verstand nicht zugänglich sind. Durch Hilfsmittel wie z. B. das Walking können wir diese Informationen sichtbar und fruchtbar machen.
Manche Teilnehmer haben mich gefragt, ob man z. B. einer Person dadurch nicht zu nah kommen könne, und dadurch Informationen bekommt, welche die Person lieber nicht preisgegeben hätte. Aber ein Walk ist eine Momentaufnahme, und was sich zeigt, hat nur in dem konkreten Moment eine Gültigkeit. Außerdem machen wir keine Wahrsagerei und nehmen auch keine "Wahrheiten" in Anspruch. Wenn etwas überhaupt wahr ist, dann nur für den Fall, dass sich durch den Walk etwas für das Leben oder Wohlergehen des Teilnehmers ändert.
Am Ende des Prozesses, wenn sich etwas Wesentliches gezeigt hat, ist es ratsam, den "Geher" wieder aus der Rolle zu entlassen. Das gelingt gut, wenn der Teilnehmer sich bei seinem "Geher" bedankt und ihn wieder bei seinem richtigen Vornamen nennt. "Du bist jetzt wieder... [Name]".
Interview mit Christian Assel von Frank Otto
(Medienunternehmer) Sonntag, 14.08.2005
Christian, wie bist du auf die Familienaufstellung gekommen?
„Ich bin, das kann ich eigentlich so sagen, durch meinen Vater dazu gekommen. Ich hab´ auch von meinem Vater das erste mal davon gehört, er kam zu mir, besuchte mich in meiner Wohnung und sagte: Mensch, ich hab’ hier was Tolles gemacht, so was hast du noch nie gesehen, das nennt sich Familienaufstellung, und das hat mir sehr viel gegeben. Und dann fand ich das erst mal interessant, wusste aber noch nicht, was es ist, und irgendwann sagte er: weißt du was? Wenn du das auch machen möchtest, dann, hier ist das Geld für ein Seminar, bevor ich dir lange erkläre, was das genau ist, schau es dir selber an, ich bezahl dir das, geh’ mal hin. Und dann bin ich zu dem gleichen Kursleiter gegangen, bei dem er zuvor war, hab’ mir das angeschaut und hab gemerkt: Das ist etwas, was mich auf jeden Fall tief berührt. Wo ich merke, egal, was das ist, es ist was Bedeutsames.“
Was hab’ ich als Laie, unter einer Familienaufstellung zu verstehen? Wie läuft das ab?
„Also, um es grob zu sagen, macht man etwas sichtbar. Das bedeutet, ich mache etwas sichtbar, was vorher im Verborgenen lag. Und im Verborgenen liegen oft Verstrickungen, Konflikte, wir nennen sie systemische Konflikte, weil sie in einem System sich befinden, (das System heißt Familie in diesem Falle), und dort geht es darum etwas aus dem Dunkel ins Licht zu führen. Das bedeutet also, etwas sichtbar zu machen, was mir vorher verborgen ist. Und verborgen ist mir oft meine Verbindung zu meinen Ahnen, beispielsweise, oder verborgen ist mir, wie stark ich mich zugehörig fühle, zu meinem Klan. Und das wird sichtbar gemacht.“
Ist die Familienaufstellung eine Therapieform?
„Ja, man kann das so sagen, dass es therapeutisch wirkt, ich nenn’ es immer „philosophisch therapeutisch“, aber es ist ein ganz klarer therapeutischer Aspekt dabei, weil es schon darum geht, einen Konflikt zu lösen. Also, das ist keine reine Informationsveranstaltung, sondern es geht darum, meinen ganz konkreten Konflikt, der in meiner Familie oder auch in mir, in meiner Seele anwesend ist, zu lösen, und mit diesem Vorsatz muss ich auch in eine Familienaufstellung gehen; damit ich weiß, was will ich da jetzt machen? Was suche ich konkret?“
Wie hab’ ich mir das vorzustellen? Ein Konflikt ist ja eigentlich nicht immer nur ein Konflikt, den man mit sich herum trägt, man trägt ja unter Umständen viele Konflikte mit sich rum: Werden die, wird die Vielzahl von Konflikten in einer Familienaufstellung gleichbedeutend behandelt oder… Wie ist der Ablauf? Wir gehen jetzt schon so ein bisschen ins Detail.
„Ja, mein Eindruck ist, dass es nur so aussieht, als gäbe es viele Konflikte. Aber in Wahrheit scheint es mir so abzulaufen, dass die verschiedenen Konflikte oft auf einen Ursprung zurückgehen, der jetzt, in dem Augenblick, wo ich das mache, wo ich etwas löse, wo ich eine Lösung suche, dass dann etwas ansteht. Und das, was ansteht, das löst auch noch andere Konflikte.“
Kannst du das mal anhand eines Beispiels etwas plastischer machen?
„Wir nehmen mal an, ich gehe zu einer Familienaufstellung und sage, beispielsweise, ich habe einen Konflikt mit einem Arbeitskollegen. Das hab’ ich auch schon genau so gehabt: Da kam jemand und sagte, ja, ich hab’ einen Konflikt mit meinem Arbeitskollegen, wir kommen einfach überhaupt nicht klar, ich weiß nicht, was ich mit dem anfangen soll, wir reden immer aneinander vorbei; ich hab’ alles versucht, und es haut einfach nicht hin. Und sein Anliegen war, etwas mit dem Arbeitskollegen zu klären. Denn man kann ja auch Konflikte nicht nur in der Familie lösen, sondern in allen Systemen – ein System ist ja auch eine Arbeitsstelle, oder ein Projekt oder ein Club, oder immer da, wo Gruppendynamiken entstehen. Und er wollte halt den Konflikt mit seinem Arbeitskollegen lösen. Dann haben wir das aufgestellt und haben relativ bald gemerkt, dass das nicht das eigentliche Thema war. Dass es nicht im eigentlichen Sinne um seinen Kollegen ging, sondern, dass das Thema weiter reichte, zu seinen Eltern. Das heißt, indem wir etwas mit ihm und seinen Eltern klären konnten, dadurch hat sich auch der andere Konflikt mit gelöst.“
Das heißt, wir bekommen möglicherweise aus dem Elternhaus bestimmte Strömungen mit, die wir mit ins Leben übernehmen, wenn ich das richtig verstehe, wenn ich das richtig interpretiere, die dann wiederum zu Konflikten im Miteinander oder in meiner persönlichen Wahrnehmung führen können? Ist das richtig?
„Ja, genau, das ist auch mein Eindruck. In erster Linie werden wir geprägt von der Familie, da stammen wir her, dort bekommen wir unser Leben geschenkt, dort fängt alles an, wir sind angewiesen auf diese Familie. Du musst dir vorstellen: Ein neu geborenes Kind ist vollkommen hilflos, ohne die ohne die Mutter, die es nährt, ohne den Vater, der es beschützt, und deswegen ist diese Familie für uns so wichtig. Und weil das so wichtig ist, entstehen andere Konflikte, sozusagen aus diesem Ursprungskonflikt, häufig. Es geht natürlich nicht nur um die Eltern, es kann auch um Geschwister gehen dabei, beispielsweise früh verstorbene Geschwister, die oft einen großen Konflikt auslösen können, weil später kommende Geschwister sich nicht trauen, das Leben voll zu nehmen, mit der vollen Fülle, im Angesicht des toten Geschwisters, was es ja nicht so gut hatte, und dann kann es zum Beispiel sein, dass eine Mutter kommt und sagt: Mensch, ich hab’ Schwierigkeiten mit meinem Sohn, der ist schlecht in der Schule. Und wenn wir das angucken, dann hat das mit der Schule gar nichts zu tun, was oft übrigens der Fall ist, bei Schülern, die schlecht in der Schule sind, sondern dann liegt das z. B. an diesem familiären Konflikt.“
Du hast vorhin von den Ahnen gesprochen; wie hab’ ich mir das vorzustellen, wie kann ich Leute, die ich gar nicht mehr kenne, gar nicht mehr kennen gelernt habe – bestenfalls noch aus Erzählungen von Familienangehörigen kenn’, wie kann ich mit diesen Ahnen dann ich sag’ mal, in Anführungszeichen, in Kontakt treten? Warum sind die überhaupt noch wichtig?
„Die Ahnen sind wichtig, weil sie nicht fehlen dürfen, sonst wäre ich nicht hier, d.h. alle Ahnen haben einen wichtigen Platz in der Weitergabe des Lebens, wenn einer fehlen würde, dann würde ja alles sich ändern oder mich gäb’ es so nicht. Und zum Zweiten, dass ja in der nachfolgenden Generation, die Generation davor immer noch vorhanden ist. Das heißt, ich kenne meine Eltern und selbst wenn meine Eltern sterben sollten, sind sie ja in mir noch da. Ich trage ihre Gene, ich habe viele Gewohnheiten übernommen und wenn ich Kinder habe, dann gebe ich das auch so weiter und ich geb’ ja auch mein Verhalten, meine Werte, meine Familieninformation weiter und die geben’s auch wieder weiter, d.h., nach ein paar Generationen wird das dann schon geringer und der Einfluss der früheren Generationen nimmt dann schon ab. Das geht ein paar Generationen, bis zu vier Generationen zurück, es gibt auch Ausnahmen. Eine Ausnahme war, da ging es sieben Generationen zurück. Das ist aber sehr ungewöhnlich.“
Welche Qualifikation ist nötig, um Familienaufsteller zu werden?
„In meinem Falle fand’ ich es eine gute Qualifikation ein Philosophiestudium gemacht zu haben und dann eine Fortbildung im Familienstellen. Ebenso waren die vielen Seminare und Kongresse sehr hilfreich. Insgesamt gehört dazu ein Einfühlungsvermögen und die Bereitschaft, sich auf etwas einzulassen, was ich nicht kontrollieren kann; was ich nicht in der Hand habe, was immer neu ist. Es gibt keine Regeln, es gibt keine festgesetzten, festgelegten Grundsätze, so, wie das vielleicht bei den Schulmedizinern ist, und damit muss man umgehen wollen.“
Wir haben das Thema vorhin schon mal gestreift, vielleicht können wir das jetzt noch mal ein bisschen vertiefen: Wie habe ich mir als Laie eine Familienaufstellung vorzustellen, was erwartet mich, wenn ich an einer Familienaufstellung teilnehme, beispielsweise meine eigene Situation aufstelle?
„Ja, was dich erwartet, ist dass du etwas siehst, was bisher im Verborgenen lag, daraus ergeben sich wieder neue Erkenntnisse, das ist nicht garantiert, aber es können sich daraus neue Erkenntnisse ergeben, wenn ich etwas entdecke, was mir vorher verborgen war und dem zustimme, wie es ist. Also, ich komm’ noch mal darauf zurück, wie das vor sich geht: Du wählst aus der Gruppe der Teilnehmer für relevante Personen deine Stellvertreter aus und diese Stellvertreter, z. B. einen Stellvertreter für die Mutter, einen Stellvertreter für den Vater, und auch für dich selber wählst du einen Stellvertreter aus, und guckst dir das von außen an; und diese Stellvertreter, die die Ursprungsfamilie von dir überhaupt nicht kennen, dich nie gesehen haben, das auch nicht wissen müssen, die stellst du in der Mitte des Teilnehmerkreises einfach auf – deswegen heißt es Familienaufstellung – und Aufstellen heißt, du stellst sie an einen Platz, wo es einfach richtig erscheint, ganz spontan, ohne nachzudenken, ohne sich vorher Gedanken darüber zu machen, wie stell’ ich die hin, was mach’ ich da jetzt, sondern: den Kopf ganz leer haben, und einfach nur sich leiten lassen von den Händen und von den Füßen, und irgendwann merkt man dann: da steh`n sie richtig, und da stellst du sie dann hin. Und wenn dann die Stellvertreter sich selbst überlassen werden und bereit sind, gesammelt zu spüren, was sie dort spüren, an der Stelle, wo du sie hingestellt hast, dann ergeben sich erstaunliche Phänome, dass nämlich, dadurch dass die Stellvertreter teilhaben am Ganzen, an einem Wissen teilhaben, was auch zum Ganzen gehört. Und diese Stellvertreter können dann gewissermaßen reinspüren in die Rolle, die sie dort erhalten haben. Das muss man mal gesehen haben, das ist sehr schwer zu erklären, aber erstaunlicherweise können die Stellvertreter sehr genaue Auskünfte geben über die Person, die sie darstellen und es kommt immer wieder vor, das die Teilnehmer verblüfft sind, dass also, bis in die Wortwahl hinein sogar, die Stellvertreter das spüren, was von der wirklichen Person, die sie darstellen, ausgeht.“
Wer kann an Familienaufstellungen teilnehmen?
„An einer Familienaufstellung kann teilnehmen, wer sich körperlich und psychisch dazu in der Lage fühlt. Wichtig ist, dass jemand z. B. keine schwerwiegenden Herzprobleme hat, oder gravierende psychische Beschwerden hat. Da wäre das unter Umständen abzuraten oder vielleicht in Begleitung mit einem Therapeuten …mit einem Vorgespräch das zu besprechen. Aber wer keine bekannten körperlichen Beeinträchtigungen hat oder psychische Beeinträchtigungen hat, der kann in der Regel auch teilnehmen an einer Aufstellung. Wichtig ist für die Aufstellung, dass ein Anliegen da ist. Das kann ich an der Stelle vielleicht noch erwähnen: also, es einfach nur zu machen, und zu sagen, ach ja, Familienaufstellung ist toll, ich guck mir das mal an, wie das aussieht: Da kommt nichts dabei raus. Sondern wichtig ist, dass ich ein Anliegen habe, was ich lösen möchte, dass also etwas „kocht auf meiner Herdplatte“, was irgendwie jetzt dran ist. Das etwas fällig ist. Dann, in der Regel, bin ich auch bereit dazu, mich entsprechend darauf einzulassen und auch da mitzugehen. Mit diesen Dingen, die teilweise auch vom Verstand her nicht so genau zu fassen sind.“
Stellen die Teilnehmer an einer Familienaufstellung immer ihre eigene Situation auf?
„Nicht immer, es gibt auch Supervisionsaufstellungen, z. B. von Leuten, die an einer Schule als Lehrer arbeiten oder die für das Jugendamt arbeiten und dort immer wider mit schweren Fällen konfrontiert sind oder mit schweren Konflikten konfrontiert sind, entweder eigene Konflikte oder aber an anderen Konflikten teilhaben müssen. Beispielsweise im Jugendamt. Das ist also eine Arbeit, die ich bewundere, weil es sicherlich sehr schwer ist, zu entscheiden, muss ich ein Kind rausnehmen aus einer Familie oder wie muss ich das machen? Und das sind immer sehr sehr schwere Entscheidungen und da kann es auch hilfreich sein ein Supervisionsanliegen aufzustellen. Das heißt also, wenn ich also eine Familie im Blick habe, für die ich arbeite oder bei der ich jetzt nun auch gerade im System mich eingemischt habe, bin ich auch in dieser Zeit ein Teil dieses Systems, habe also auch eine Funktion, und kann zum Beispiel indem ich etwas sichtbar mache, schauen, wo ist ein richtiger Platz. Wo muss ich mich hinstellen und mit wem muss ich mich vielleicht verbünden und mit wem darf ich mich nicht verbünden, damit ich dort wirkungsvoll handeln kann. Und oft sind das wichtige Entscheidungen und wichtige Erkenntnisse, um die richtige Entscheidung zu treffen. Und dann habe ich nicht für mich persönlich gehandelt, sondern quasi beruflich, wenn man so will.“
Wie lange bist du persönlich schon mit der Familienaufstellung beschäftigt?
„Ja, ich hab’ angefangen, mich zu beschäftigen, als ich das bei meinem Vater gesehen habe. Wenn ich mich richtig erinnere, dann haben mein Vater und seine zweite Frau 1998 angefangen Aufstellungen anzubieten, und da ja meistens Männermangel herrscht, und ich hab’s eigentlich auch noch nicht anders gesehen, da haben die gesagt: Mach’ doch mal mit, komm’ doch auch vorbei, nimm’ doch einfach teil als Stellvertreter, und das habe ich auch ein paar Jahre gemacht und bin so da hinein gekommen. Und ich hab’ also zig Aufstellungen gesehen, als Stellvertreter, und habe so die ersten wertvollen praktischen Erfahrungen gemacht. Und so ist das losgegangen und jahrelang konnte ich mir gar nicht vorstellen, dass das was für mich ist. Also ich bin da irgendwie reingerutscht. Merkwürdigerweise, also ich wäre von mir aus nicht auf die Idee gekommen, so etwas zu machen, mich weiter zu bilden und auf diesem Weg weiter zu gehen. Ich bin wirklich durch meinen Vater dazu gekommen.“
Bei wem hast du deine Ausbildung gemacht?
„Meine Ausbildung habe ich bei Gerhard Walper gemacht, der hat sein Institut in Bad Homburg bei Frankfurt am Main. Ein sehr guter, talentierter Lehrer, wie ich finde. Einer der Besten.
Ich komm’ noch mal auf die Rolle der Stellvertreter in einer Familienaufstellung zurück: Wie muss ich mir das vorstellen? Ist das eine Art Rollenspiel, d.h., schauspielern die Stellvertreter die Familiensituation?
„Mit Schauspiel hat das nichts zu tun; ich hab’ mal wirkliche Schauspieler gefragt, die an einer Familienaufstellung teilnahmen, die waren also Profischauspieler am Theater, und ich hab die gefragt: Wie ist das eigentlich für dich? Du bist nun Schauspieler und jetzt nimmst du ja auch eine Rolle wahr in einer Aufstellung, siehst du da einen Unterschied? Und die haben gesagt, ja, das ist was vollkommen Verschiedenes. Das eine hat mit dem anderen gar nichts zu tun. Und so erlebe ich das auch: Natürlich kann sich eine Rolle im Theater verselbständigen, dass man sich da hineinversetzen kann, so stell’ ich mir das jedenfalls vor, aber um eine Rolle zu spielen, musst du selbst eine Energie hinein geben. Du musst selbst handeln, du musst selbst aktiv werden und du musst selbst das Heft in die Hand nehmen, sag’ ich mal. Und genau das passiert nicht in einer Aufstellung. Sondern in einer Aufstellung bin ich passiv, ich agiere nicht, ich handele nicht, und ich denke vor allen Dingen nicht. Sondern das Einzige, was ich tue, ist, ich nehme wahr, und spüre, was für Gefühle hochkommen, was für Gefühle oder Emotionen in mir aufsteigen, an der Stelle, wo ich mich befinde. Als Stellvertreter bin ich alles andere als Schauspieler, und wenn ich merken würde, dass jemand schauspielert, das kommt gelegentlich vor, dass Leute das missverstehen, dann merkt man das relativ bald, dass jemand nicht in der Rolle drin ist, und da hab` ich dann auch schon mal jemand ausgewechselt. Also, man kann auch einen Stellvertreter auswechseln, wenn er zum Beispiel mit seiner eigenen Situation in Konflikt kommt, weil z.B. die Rolle, die er übernommen hat mit seinem eigenen Konflikt sich sehr deckt. Dann kann es sein, das die Leute auch selbst sagen: „Ich bin jetzt hier irgendwie durcheinander, bitte nimm mich raus“. Ich mach’ das dann, weil es nicht darum geht, etwas aktiv zu "machen".“
Du hast eben von Rollenspiel gesprochen. Also bin ich als Stellvertreter schon in einer Rolle, aber ich erspüre meine Position innerhalb der Rolle, wenn ich das richtig interpretiere, und schauspielere nicht.
„Ja ich bin in einer Rolle. Genau, es ist kein Spiel, es ist auch kein Rollenspiel, aber es ist eine Rolle und in der Rolle bin ich dann nicht ich selbst, sondern ich nehme etwas anderes wahr. Wenn ich gesammelt bin, wenn ich mich sammele und in meine Mitte gehe, dann kann ich in eine Rolle gehen, die eben mit der Person sehr viel zu tun hat, die ich darstelle. Das ergibt sich einfach. Wie das genau funktioniert, das weiß keiner, es ergibt sich… Durch die Teilnahme am Ganzen ergibt sich auch ein Wissen um das Ganze – genauer kann man das nicht erklären – manchmal gebe ich das Beispiel, dass es mit Hunden ja auch so ist: also, es gibt Untersuchungen, das kann man ganz klar nachweisen, dass also ein Hund z. B. genau spürt, wann sich Herrchen oder Frauchen beispielsweise auf den Heimweg macht, wann dieser Heimweg unterbrochen wird und wann er dann fortgesetzt wird, und so weiter, das können Hunde ganz genau spüren; und sie wissen auch schon bevor Herrchen oder Frauchen die Tür aufschließt oder das Auto parkt, also auch schon Minuten vorher wissen die ganz genau: Jetzt kommt er gleich oder jetzt kommt sie gleich. Das heißt also auch, Hunde nehmen das unmittelbar wahr, was wir vielleicht nicht immer so unmittelbar wahrnehmen, und haben auch Teil an diesem System und können das also auch ganz genau spüren. Und so ähnlich spüren wir das auch. Wir nehmen Teil an dem Ganzen und sobald ich Teil eines Ganzen bin, nehme ich auch an dem Wissen teil, des Ganzen. Es gibt viele Bücher darüber, Leute haben versucht, das zu erklären und nennen das dann „Morphisches Feld“ oder „Wissendes Feld“. Was es da alles gibt..., und versuchen, das irgendwie ganz klar zu machen aber letztlich lässt sich’s nicht genau erklären.“
Du hast vorhin kurz die Entwicklung der Familienaufstellung und ihren Entwicklungsort Deutschland erwähnt. Kannst du einen kurzen historischen Abriss der Familienaufstellung, der Entwicklung der Familienaufstellung geben?
„Ja, das hat angefangen – das Wort Bert Hellinger ist noch gar nicht gefallen – aber das hat angefangen, dass Bert Hellinger Versuche gemacht hat, bzw. Erfahrungen gemacht hat, dass bei sogenannten Primärseminaren, wo es darum geht, dass Menschen in einen gewissen Ekstasezustand geraten, und dort dann Erfahrungen machen können, dass diese Menschen, die in diesem Zustand waren, plötzlich Gefühle und Emotionen hatten, die aus ihrer eigenen Situation gar nicht erklärt werden konnten. Und das war merkwürdig, weil, es da Leute gab, die haben gesagt: “Ich fühl` mich, als ob ich tot bin“ oder “Ich hab` jemanden erschossen“ oder “Ich hab` jemanden umgebracht“ oder was immer das war. Aber das war aus der eigenen Biographie oder aus dem eigenen Erlebten gar nicht abzuleiten. Wenn man dann aber schaut, z.B. auf den Vater oder den Großvater, da war dann sehr wohl etwas, z. B. Kriegsereignisse oder ähnliche Dinge, oder Geschichten von Täter und Opfer. Und dann ist er darauf gekommen, dass es vielleicht sein kann, dass die Grenzen der Person innerhalb eines Systems, nicht so klar definiert sind, wie wir das glauben. Denn ich unterscheide mich von dir und seh` mich als getrennt von dir, z. B. Aber innerhalb eines Systems sind diese Grenzen ganz fließend, eigentlich. Und so kann es sein, dass ich etwas übernehme von einer anderen Person. Und so hat das angefangen, dass er also gesehen hat, wir müssen jetzt das Gebiet erweitern. Wir können nicht bei einer Person stehen bleiben und können nicht nur bei einer Person gucken, sondern wir müssen den Blick heben, gewissermaßen, um ein größeres Familienfeld in`s Auge zu nehmen. Und dort haben sich dann wieder ganz neue Felder eröffnet.“
Wann ist die Familienaufstellung aufgekommen?
„Ja, das muss also Ende der 80er gewesen sein. Wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, dann war das so Ende der 80er Jahre, wo es sozusagen losgegangen ist, dass also man das weiterhin ausprobiert hat, in verwandten Seminaren; wann Hellinger selbst damit angefangen hat weiß ich nicht genau, das muss in den 70er Jahren gewesen sein. Aber das ging ungefähr so Ende der 80er los, dass so eine kleine Gemeinschaft dort angefangen hat nähere Erfahrungen zu machen und die wollten das dann auch anwenden, aber zunächst, so hab` ich es jedenfalls gehört, oder so hab` ich es verstanden, wollte Bert Hellinger eigentlich nicht, dass das größere Kreise zieht, er behauptete, das könne man nicht lernen und das solle man auch besser lassen, und hat eigentlich das nicht gewollt, dass das so einen großen Kreis zieht. Aber als er gemerkt hat, dass die Leute das trotzdem machen und trotzdem anwenden in ihren Seminaren und gesagt haben: „Ja, wenn du es uns nicht beibringst, dann machen wir das einfach selber, dann machen wir das ohne dich“, dann hat er wohl eingelenkt und hat sich dann zur Verfügung gestellt, mit seinem Wissen. Das ging dann so weit, dass er dann irgendwann selbst ein Buch geschrieben hat, nachdem schon andere über ihn ein Buch geschrieben haben. Und das ist auch mein Kriterium (mit Schmunzeln): Wenn du berühmt bist, und du hast es geschafft, dann weißt du ganz sicher, dass du es geschafft hast, wenn andere Leute über dich ein Buch schreiben. Gunthard Weber war das nämlich unter anderen, der über Bert ein Buch geschrieben hat, ich glaube, das war das erste richtige Buch über das Familienstellen, das hieß “ Zweierlei Glück“, und das ist eingeschlagen, wie `ne Bombe, damals. Das haben viele Leute gelesen und damit ging das eigentlich erst los, dass alle gemerkt haben, da ist etwas im Gange, was irgendwie groß ist.“
Stichwort “Glück“, das soll dann die abschließende Frage sein: Ist denn die Familienaufstellung so was wie eine Anleitung zum Glücklichsein?
„Wenn ich das jetzt bejahen würde, das wär` natürlich vermessen. Es kann keine Anleitung sein, aber es ist natürlich einer der Wege. So würde ich das beschreiben. Eine Erkenntnis zu bekommen in einer Familienaufstellung ist einer der Wege, zu einem glücklicheren Leben. Jetzt, drängt sich natürlich die Frage auf: Was ist denn Glück? Und für mich ist Glück, wenn ich weiß, dass ich auf dem richtigen Weg mich befinde. Der Weg kann noch ganz schmal sein, der Weg kann noch vielleicht holperig sein, das ist mir ganz egal, wenn ich nur die Gewissheit habe, oder die Überzeugung habe, dass es der richtige Weg ist und dass DAS mein Weg ist. Und darum geht es in einer Familienaufstellung. Vielleicht einen Weg zu finden, der gangbar ist und sich auf diesen Weg zu begeben. Und das kann unter Umständen auch glücklich machen.“
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